Bitcoin: Geld ohne Staat

Die Zukunft von Bitcoin

Wie wir wissen, sind selbst Zukunftsforscher und berühmte Ökonomen nicht in der Lage, die Entwicklung und Auswirkungen einer neuen Technologie vorherzusehen. Im Falle eines Phänomens wie Bitcoin ist es aber sinnvoll, drei potenzielle Wege geistig zu beschreiten, um sich der Möglichkeiten bewusst zu werden. Dies hilft auch, die Beweggründe der Gegner und der Befürworter von Bitcoin besser zu verstehen.

Die Implosion: Bitcoin verschwindet in der Bedeutungslosigkeit

In diesem Szenario gewinnen die Gegner von Bitcoin. Jene, die Bitcoin für Betrug oder ein Schneeballsystem halten, und jene, die sich die Kontrolle über das Finanzsystem nicht nehmen lassen wollen. Oder das System implodiert von innen, weil der Kryptosektor zu viel kriminelle Energie angezogen hat.

Es ist unmöglich zu sagen, wie wahrscheinlich dieser Weg ist. Vor 14 Jahren gab es weder Bitcoin noch einen Kryptosektor. Aber in den wenigen Jahren seines Bestehens ist Bitcoin stark gewachsen. Ein Preiskollaps und der Abstieg in die totale Bedeutungslosigkeit sind deshalb zwar denkbar, aber dennoch ein Bruch mit dem vorherrschenden Trend.

Staatliche Eingriffe und Verbote, wie sie beispielsweise China schon versucht hat, sind in der Vergangenheit zwar stets gescheitert. Das heißt aber nicht, dass Bitcoin ein Verbot etwa durch die amerikanischen Behörden überstehen würde. Ein solches ist aktuell nicht absehbar, aber die neue US-Finanzministerin Janet Yellen hat sich schon kurz vor ihrem Amtsantritt kritisch zu Bitcoin geäußert.

Die Liste an Vorwürfen von staatlicher Seite gegen Bitcoin ist lang: von „Energieverschwendung“ durch das Mining über Geldwäsche und Steuerhinterziehung bis zur Terrorismusfinanzierung. Und je schneller Bitcoin wächst, desto wahrscheinlicher sind harte staatliche Schritte gegen eine Technologie, die das Geldmonopol der Notenbanken untergräbt.

Eine weitere Gefahr für Bitcoin stellt der potenzielle Aufstieg eines noch neueren, besseren digitalen Assets dar, das heute noch nicht erfunden ist.

In diesem Szenario würden die Zahl der Bitcoin-Nutzer und der Bitcoin-Preis gegen null tendieren.

Die Zähmung: Bitcoin wird zu einer Anlageklasse von vielen

Nachdem Bitcoin sich in den vergangenen Jahren schon gegen Widerstand aus vielen Ecken durchgesetzt hat und – wie in dieser Publikation beschrieben – langsam zum Liebling der Investoren an der Wall Street mutiert, ist es nicht abwegig anzunehmen, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren beschleunigt. Erst recht dann nicht, wenn sich auch der preisliche Trend fortsetzt und wir 2021 weitere neue Höchststände sehen. Denn die Preisentwicklung sorgt für große Aufmerksamkeit.

Wir haben ausführlich dokumentiert, dass respektable Anbieter aus dem institutionellen Finanzbereich auf den Markt drängen. Hedgefonds, Vermögensverwalter und Banken. Gleichzeitig wächst die Infrastruktur rund um Bitcoin. Es entsteht eine Branche, auch in Österreich, wo etwa die Bitcoin-App und Kryptobörse Bitpanda inzwischen mehr als 300 Arbeitsplätze geschaffen hat. Je mehr Geld von traditionellen Anlegern in Bitcoin fließt, desto größer sind die langfristigen Überlebenschancen dieser monetären Technologie.

Da dies – wie gezeigt – der aktuell vorherrschende Trend ist, handelt es sich hierbei mittelfristig wohl um das wahrscheinlichste Szenario: Bitcoin etabliert sich neben Gold und Aktien als eigene Anlageklasse, die vor allem bei jungen Investoren gut ankommt. Sein Anreiz ist das Versprechen, vor den Markteingriffen der Notenbanken weitgehend geschützt zu sein und ein digitales Asset zu besitzen, dass sich dem staatlichen Zugriff entzieht. In diesem Szenario profitieren vor allem Staaten und Märkte, die be-sonnen regulieren und auf die speziellen Bedürfnisse dieser neuen Tech­nologie eingehen.

In diesem Szenario würden die Zahl der Bitcoin-Nutzer und der Preis in etwa steigen wie bisher.

Bitcoin wird zum monetären Standard

In diesem Szenario gewinnen die überzeugten Befürworter von Bitcoin. Sie glauben, dass die Technologie Bitcoin für das Geldsystem ähnlich disruptiv sein wird, wie es Netflix für Videotheken oder das iPhone für Nokia war. Die Rolle von Videotheken und Nokia spielen in diesem Szenario die Notenbanken und das etablierte Bankensystem.

Weiters argumentieren die Bitcoin-Befürworter, dass das digitale Asset die Rolle als Wertspeicher besser spielt als Gold, Aktien, Immobilen oder Kunst. Sie erwarten ­deshalb, dass mit der Zeit immer mehr Geld aus diesen Anlageklassen in Richtung Bitcoin fließt und die potenzielle Marktkapitalisierung der Kryptowährung mehrere Billionen betragen könnte.

Das ist das Szenario, in dem die Ökonomielehrbücher wirklich neu geschrieben werden müssen, denn das gesamte globale Geld- und Finanzsystem würde neu ausgerichtet werden.

Bitcoin würde sich gleichzeitig zum „Sparbuch“ des kleinen Mannes und zum Geldsystem der Welt entwickeln. Wobei zu beachten ist, dass neue Technologien in der Regel komplementär zu bestehenden sind. Das Radio hat Zeitungen nicht völlig verdrängt, Fernsehen das Radio nicht und das Internet das Fernsehen nicht. Aus der Sicht jener, die in Bitcoin das neue Zentrum der monetären Welt sehen, würden Notenbanken irgendwann anfangen, die virtuelle Münze als Währungsreserve zu halten und möglicherweise sogar ihre Währung an Bitcoin binden – wie sie es im 19. Jahrhundert mit Gold gemacht haben.

In diesem Szenario wäre irgendwann jeder Mensch auf der Welt direkt oder indirekt ein Bitcoin-Nutzer. Der Bitcoin-­Preis würde eine heute unvorstellbare Höhe erreichen.

Fazit

Keines der drei eben genannten Szenarien kann völlig ausgeschlossen werden – aber alle drei sind nur Gedankenexperimente, die nicht als Vorhersage zu verstehen sind.

Bitcoin ist eine neuartige Technologie, die derzeit immer mehr Menschen in ihren Bann zieht. Wir haben in dieser Arbeit erklärt, warum das so ist – und warum das Narrativ hinter Bitcoin so gut zum aktuellen makroökonomischen Umfeld sowie zu den Trends zur beschleunigten Digitalisierung passt. Gleichzeitig haben wir gezeigt, wie Finanzblasen funktionieren und warum Bitcoin trotz – oder gerade wegen – der aktuellen Begeisterung ein hohes Risiko für neue Investoren darstellt.

Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Aber so wie sie heute dasteht, hat die Technologie Bitcoin sehr wohl das Potenzial, diese Zukunft mitzuprägen.



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Bitcoin: Geld ohne Staat / 26.02.2021
https://www.agenda-austria.at/publikationen/bitcoin/die-zukunft-von-bitcoin/

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