Wenige Wochen vor den Wahlen zeigt sich die Wirtschaft nicht von ihrer schönsten Seite. Das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf ist in keinem EU-Land in den letzten fünf Jahren so stark geschrumpft wie in Österreich.
Bundeskanzler Karl Nehammer reagierte leicht gereizt, als ihn SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Babler jüngst im ORF-Duell mit unserer Analyse konfrontierte. Seiner Ansicht nach verfälsche die hohe Zuwanderung das BIP pro Kopf. Das ist nicht ganz falsch, die Migranten weisen eine unterdurchschnittliche Wachstumsrate auf und verwässern damit die Statistik. Aber sie sind nun einmal da. Zudem sieht die Lage auch in absoluten Zahlen kaum besser aus, wie eine Grafik der Agenda Austria zeigt. Österreich ist nicht mehr Letzter, sondern Viertletzter. In der Zehnjahreswertung rutscht Österreich noch einen Platz nach vor.
„Bevor wir also Migranten für das schlechte Wachstum verantwortlich machen, sollte die Regierung lieber ihre Wirtschaftspolitik überdenken“, sagt Agenda Austria-Direktor Franz Schellhorn. Der Standort erstickt nicht nur an einer der höchsten Abgabenbelastungen der Welt, sondern auch an der Bürokratie und der „Teilzeitpandemie“. Während andere Länder den Ernst der Lage erkannt haben, schicken wir eine Subvention nach der anderen auf den Weg. Vielleicht hilft ja ein Blick in unsere „Plan-A“-Reihe, um dem Wachstum neuen Schub zu verleihen.
Einkommen österreichischer Pensionisten im EU-Vergleich mit Erwerbstätigen
Irgendwann schlage die Mathematik die Ideologie, sagte AMS-Chef Johannes Kopf zuletzt in der ORF-„Pressestunde“ und sprach sich für ein höheres Pensionsantrittsalter aus.
Bruttoschulden des Gesamtstaats, in Prozent des BIP
Zweimal im vergangenen Jahrhundert schossen die Staatsschulden der Industrieländer nach oben: im Ersten und im Zweiten Weltkrieg. 1946 lagen sie bei 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. Heute sind es rund 113 Prozent.
Erwerbspersonen in Prozent der Bevölkerung, nach Alter, im Jahr 2024
Mit 62 in den Ruhestand, mit 65 kommt der Anreiz. Die von der Dreierkoalition eingeführte Aktivpension ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Zinssätze in Österreich, in Prozent
Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
Pensionsjahre insgesamt und in guter Gesundheit, 1978 und heute, in Jahren
Wer 1978 in Österreich seinen 65. Geburtstag feierte, hatte im Schnitt knapp 14,5 Jahre Pension vor sich, knapp vier Jahre davon in guter oder sehr guter Gesundheit.
reale Unternehmensinvestitionen, Index (2019 = 100)
Die Pandemie ist lange vorbei, die heimische Investitionsschwäche nicht. Real investieren Österreichs Unternehmen heuer um sechs Prozent weniger als 2019. In den USA liegen die Investitionen um 26 Prozent über dem Vorkrisenniveau, in Italien um 29 Prozent, im Vereinigten Königreich um 11 Prozent. Selbst die EU hat den Rückstand aufgeholt. Schw
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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