Aktuell ringen die Koalitionsparteien um die Fixierung des Doppelbudgets für 2027/28. Nachdem die leicht erreichbaren Früchte bereits im letzten Budget geerntet wurden, wird es nun immer schwieriger, Kosten rauszunehmen.
Dabei sollte die Ausgangslage positiv stimmen: Das BIP lag Ende 2025 deutlich höher als ursprünglich angenommen, womit auch die Defizitquote leichter zu erreichen war. Doch statt großer Strukturreformen droht einmal mehr eine ganze Reihe „kleiner“ Steuererhöhungen. Damit läuft die Regierung Gefahr, ihren Nachfolgern genau das zu hinterlassen, worauf sie sich aktuell immer wieder ausredet: ein schweres Erbe. Denn ohne rasches Gegensteuern wird die aktuelle Regierung einen schwer zerrütteten Staatshaushalt hinterlassen, wie unsere Grafik zeigt, die auf der Langfristprognose des Finanzministeriums beruht.
Womit sich vor allem eines zeigt: Ausgabenprobleme lassen sich nicht mit höheren Einnahmen lösen. Getrieben werden die wachsenden Budget-Defizite von den demografischen Kosten (Pensionen, Pflege und Gesundheit). Auch die Zinsbelastung wird aufgrund der undisziplinierten Vergangenheit deutlich steigen. Weil Reformen ausbleiben, fehlt der Regierung das Geld für die Entlastung der Bürger, Investitionen in die Infrastruktur oder bessere Bildung. Ökonom Hanno Lorenz bringt es auf den Punkt: „Je länger die notwendigen Reformen hinausgezögert werden, desto größer wird die finanzielle Last für kommende Generationen.“
Niemand sollte sich wundern, dass es in Österreich steigenden Wohnungsmangel gibt.
Einkommen österreichischer Pensionisten im EU-Vergleich mit Erwerbstätigen
Irgendwann schlage die Mathematik die Ideologie, sagte AMS-Chef Johannes Kopf zuletzt in der ORF-„Pressestunde“ und sprach sich für ein höheres Pensionsantrittsalter aus.
Durchschnittliche Ausgaben pro Schüler nach Bildungsstufe, im Jahr 2023, in Euro (KKP)
Österreich gibt pro Kind in der frühen Bildung rund 16.000 Euro aus.
Anteil außerordentlicher Schüler in der ersten Schulstufe nach Staatsbürgerschaft, 2019/20 bis 2024/25
Fast jedes vierte Kind beginnt die Volksschule als außerordentlicher Schüler, weil es dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann.
Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die weder in Ausbildung noch erwerbstätig sind, nach Herkunft, im Jahr 2025
Was in der Schule nicht aufgeholt wird, setzt sich am Arbeitsmarkt und später im Sozialsystem fort.
Bruttoschulden des Gesamtstaats, in Prozent des BIP
Zweimal im vergangenen Jahrhundert schossen die Staatsschulden der Industrieländer nach oben: im Ersten und im Zweiten Weltkrieg. 1946 lagen sie bei 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. Heute sind es rund 113 Prozent.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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