Aktuell ringen die Koalitionsparteien um die Fixierung des Doppelbudgets für 2027/28. Nachdem die leicht erreichbaren Früchte bereits im letzten Budget geerntet wurden, wird es nun immer schwieriger, Kosten rauszunehmen.
Dabei sollte die Ausgangslage positiv stimmen: Das BIP lag Ende 2025 deutlich höher als ursprünglich angenommen, womit auch die Defizitquote leichter zu erreichen war. Doch statt großer Strukturreformen droht einmal mehr eine ganze Reihe „kleiner“ Steuererhöhungen. Damit läuft die Regierung Gefahr, ihren Nachfolgern genau das zu hinterlassen, worauf sie sich aktuell immer wieder ausredet: ein schweres Erbe. Denn ohne rasches Gegensteuern wird die aktuelle Regierung einen schwer zerrütteten Staatshaushalt hinterlassen, wie unsere Grafik zeigt, die auf der Langfristprognose des Finanzministeriums beruht.
Womit sich vor allem eines zeigt: Ausgabenprobleme lassen sich nicht mit höheren Einnahmen lösen. Getrieben werden die wachsenden Budget-Defizite von den demografischen Kosten (Pensionen, Pflege und Gesundheit). Auch die Zinsbelastung wird aufgrund der undisziplinierten Vergangenheit deutlich steigen. Weil Reformen ausbleiben, fehlt der Regierung das Geld für die Entlastung der Bürger, Investitionen in die Infrastruktur oder bessere Bildung. Ökonom Hanno Lorenz bringt es auf den Punkt: „Je länger die notwendigen Reformen hinausgezögert werden, desto größer wird die finanzielle Last für kommende Generationen.“
Anzahl der Frauen über 60 Jahre in Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Schulung, bis Juni 2026
Der SPÖ-nahe Pensionistenverband warnt wieder einmal vor der Massenarbeitslosigkeit, die Österreich droht, wenn das Pensionsantrittsalter angehoben wird.
Zusätzlich erforderliches nominales Wachstum zur Stabilisierung der Schuldenquote, in Prozent
Österreichs Staatsschulden sind auf mehr als 430 Milliarden Euro angewachsen, die Schuldenquote dürfte laut Fiskalrat bis 2030 auf einen Rekordwert von 88 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Um diesen Anstieg der Schuldenquote allein durch Wirtschaftswachstum zu verhindern, müsste die Wirtschaftsleistung deutlich stärker zulegen als derz
Realer Preisanstieg für selbstgenutztes Wohneigentum, in Prozent, 2010 bis 2025.
Seit 2010 ist selbstgenutzter Wohnraum durchschnittlich um 21,3 Prozent (real) im Wert gestiegen.
Schätzung, in Euro, pro Wahlberechtigten
Österreich leistet sich im europäischen Vergleich die mit Abstand teuerste Parteienförderung.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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