Wer sich im Winterurlaub in die langen Schlangen der Skilifte einreihen musste, konnte den Eindruck gewinnen, dass der österreichische Tourismus wieder so richtig brumme. Doch der Schein trügt.
Im Tourismus lodert nur ein Strohfeuer. Der Preisauftrieb bei Energie, Lebensmitteln und dem Faktor Arbeit hat zwar die Preise für die Erholungsbedürftigen nach oben getrieben, real dümpelt die Branche aber immer noch knapp unter Vorkrisenniveau, wie unsere Grafik zeigt.
Immerhin. Dass die Betriebe die enorm gestiegenen Kosten bislang weitgehend am Markt unterbringen konnten, ist nicht selbstverständlich. Die Insolvenzen haben zwar zugenommen, aber im Vergleich zu anderen Branchen sind die Zahlen eher moderat. Doch auch der Tourismus hat ein Thema mit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Unser Ökonom Jan Kluge warnt: „Auch die Griechen hatten lange nicht wahrhaben wollen, dass die türkischen Strände an Reiz gewannen, je teurer die griechischen Strände wurden.“ Das sollte uns eine Mahnung sein. Schöne Berge und Seen gibt es auch in Slowenien.
Schätzung, in Euro, pro Wahlberechtigten
Österreich leistet sich im europäischen Vergleich die mit Abstand teuerste Parteienförderung.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Schuldenquote, im ersten Quartal 2026
Österreichs Schuldenstand hat den EU-Schnitt überholt. Wenn wir so weitermachen, werden wir auch bald zu den überdurchschnittlich hoch verschuldeten Euro-Ländern gehören.
Zahl der erstzugelassenen Studierenden an öffentlichen Universitäten in Österreich von 2003 bis 2025
In Österreich ist studieren praktisch kostenlos und für jeden zugänglich. Abgesehen vom überschaubaren Beitrag zur Hochschülervertretung von 26,20 Euro pro Semester tragen Studierende hierzulande so gut wie nichts zur Finanzierung ihrer Ausbildung bei.
Eine neue Auswertung zeigt, wie sich die Rechtfertigung für Industriepolitik in den USA, China und der EU seit 2009 verschoben hat – und die Richtung ist eindeutig.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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