Wer sich im Winterurlaub in die langen Schlangen der Skilifte einreihen musste, konnte den Eindruck gewinnen, dass der österreichische Tourismus wieder so richtig brumme. Doch der Schein trügt.
Im Tourismus lodert nur ein Strohfeuer. Der Preisauftrieb bei Energie, Lebensmitteln und dem Faktor Arbeit hat zwar die Preise für die Erholungsbedürftigen nach oben getrieben, real dümpelt die Branche aber immer noch knapp unter Vorkrisenniveau, wie unsere Grafik zeigt.
Immerhin. Dass die Betriebe die enorm gestiegenen Kosten bislang weitgehend am Markt unterbringen konnten, ist nicht selbstverständlich. Die Insolvenzen haben zwar zugenommen, aber im Vergleich zu anderen Branchen sind die Zahlen eher moderat. Doch auch der Tourismus hat ein Thema mit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Unser Ökonom Jan Kluge warnt: „Auch die Griechen hatten lange nicht wahrhaben wollen, dass die türkischen Strände an Reiz gewannen, je teurer die griechischen Strände wurden.“ Das sollte uns eine Mahnung sein. Schöne Berge und Seen gibt es auch in Slowenien.
Jahrelang profitierte Österreich von der Niedrigzinsphase. Trotz rasant steigender Staatsschulden blieben die Kosten für deren Finanzierung überschaubar. Doch diese Zeit ist vorbei.
Wird diesmal tatsächlich ausgabenseitig konsolidiert? Nein. Die Ausgaben steigen weiter fröhlich an.
Das Doppelbudget 2027/28 sollte Österreich eigentlich wieder auf einen stabilen Budgetpfad bringen. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Dass der Staat seine Budgetprobleme primär auf der Ausgabenseite lösen muss, liegt auf der Hand.
Die Diskussion rund um die Kürzungen der Universitätsbudgets ab 2028 sorgt derzeit für große Aufregung. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass das aktuelle Budget für die Jahre 2025 bis 2027 bereits deutlich erhöht wurde.
Österreich zählt im europäischen Vergleich weiter zu den wirtschaftlichen Schlusslichtern. Während viele EU-Staaten ihr reales Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit 2019 deutlich steigern konnten, zeigt sich für Österreich im Zeitraum 2019 bis 2027 eine hartnäckige Stagnation.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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