die Bundesregierung hat vergangene Woche die Eckpunkte ihres Doppelbudgets 2027/2028 vorgestellt. Ursprünglich sollte ein Drittel der Budgetsanierung laut Regierung einnahmenseitig erfolgen, zwei Drittel ausgabenseitig.
Die Realität zeigt ein anderes Bild: Während bereits im Jahr 2025 rund zwei Drittel der Konsolidierung über die Einnahmenseite erfolgen sollen, setzt sich diese Praxis fort. Auch in den Jahren 2027 und 2028 wird zu fast zwei Dritteln über höhere Einnahmen „gegengesteuert“, während sich die Einsparungen beim Staat in engen Grenzen halten, wie unsere Auswertung zeigt.
Eine nachhaltige Budgetkonsolidierung sollte in erster Linie auf der Ausgabenseite ansetzen. Stattdessen bleibt der Staat seiner Linie treu: Neue oder höhere Abgaben sind das bevorzugte Instrument, zumindest zu Beginn. Das schwächt den Standort, belastet Arbeit und untergräbt die ohnehin fragile Wettbewerbsfähigkeit“, sagt Ökonom Hanno Lorenz. So erfreulich die Lohnnebenkostensenkung für den Standort auch ist, verpufft die Wirkung, wenn der Staat den Bürgern dafür an anderer Stelle in die Taschen greift. „Eine klassische Entlastungsillusion. Eine Reformregierung, die Bürger und Unternehmen entlasten will, muss im Pensionssystem, bei Gesundheit, im Föderalismus oder bei ineffizienten Förderungen ansetzen“, so Lorenz.
Niemand sollte sich wundern, dass es in Österreich steigenden Wohnungsmangel gibt.
Einkommen österreichischer Pensionisten im EU-Vergleich mit Erwerbstätigen
Irgendwann schlage die Mathematik die Ideologie, sagte AMS-Chef Johannes Kopf zuletzt in der ORF-„Pressestunde“ und sprach sich für ein höheres Pensionsantrittsalter aus.
Durchschnittliche Ausgaben pro Schüler nach Bildungsstufe, im Jahr 2023, in Euro (KKP)
Österreich gibt pro Kind in der frühen Bildung rund 16.000 Euro aus.
Anteil außerordentlicher Schüler in der ersten Schulstufe nach Staatsbürgerschaft, 2019/20 bis 2024/25
Fast jedes vierte Kind beginnt die Volksschule als außerordentlicher Schüler, weil es dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann.
Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die weder in Ausbildung noch erwerbstätig sind, nach Herkunft, im Jahr 2025
Was in der Schule nicht aufgeholt wird, setzt sich am Arbeitsmarkt und später im Sozialsystem fort.
Bruttoschulden des Gesamtstaats, in Prozent des BIP
Zweimal im vergangenen Jahrhundert schossen die Staatsschulden der Industrieländer nach oben: im Ersten und im Zweiten Weltkrieg. 1946 lagen sie bei 130 Prozent der Wirtschaftsleistung. Heute sind es rund 113 Prozent.
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