Durch die gesellschaftliche Debatte wird oft der Eindruck vermittelt, dass die Wohnkosten für immer mehr Menschen untragbar werden. Die Daten zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild.
Zwar empfindet knapp ein Drittel der Bevölkerung die Wohnkosten subjektiv weiterhin als starke Belastung, objektiv betrachtet geben aber nur sechs Prozent der Haushalte mehr als 40 Prozent ihres Einkommens für das Wohnen aus – ein Wert, der gegenüber 2019 sogar leicht gesunken ist.
Besonders auffällig ist auch, dass der Unterschied zwischen der subjektiven Wahrnehmung und der tatsächlichen Belastung in den letzten Jahren größer geworden ist. Während 29 Prozent der Befragten im Jahr 2025 angegeben haben, stark unter Wohnkosten zu leiden, liegt der reale Anteil jener Haushalte mit besonders hoher Wohnkostenbelastung deutlich darunter. Gleichzeitig sinkt der Anteil des Einkommens, der insgesamt für Wohnen aufgewendet wird, von 18 Prozent leicht auf 17 Prozent.
Das zeigt: Die Diskussion über eine angebliche “Wohnkostenexplosion” greift zu kurz. Österreich verfügt weiterhin über vergleichsweise leistbares Wohnen, auch dank stark gestiegener Einkommen und umfangreicher sozialer Transfers. Die gefühlte Belastung steigt dennoch – vor allem aufgrund der hohen Energiepreise, der herrschenden wirtschaftlichen Unsicherheit und medial dramatisierender Berichterstattung.
Politische Maßnahmen sollten daher gezielt dort ansetzen, wo tatsächlich Probleme bestehen: bei erheblich benachteiligten Haushalten und Leuten in Wohnungsnot. Statt breitflächlicher Markteingriffe braucht es gezielt verteiltes und leistbares Wohnungsangebot, schnellere Widmungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine Politik, die Bauen wieder günstig macht.
Einnahmen von Jänner bis Juni des jeweiligen Jahres (in Milliarden Euro) und die prozentuelle Veränderung zwischen 2019 und 2026
Im Finanzministerium hatte man im ersten Halbjahr wieder gute Laune.
Zusätzlich erforderliches nominales Wachstum zur Stabilisierung der Schuldenquote, in Prozent
Österreichs Staatsschulden sind auf mehr als 430 Milliarden Euro angewachsen, die Schuldenquote dürfte laut Fiskalrat bis 2030 auf einen Rekordwert von 88 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Um diesen Anstieg der Schuldenquote allein durch Wirtschaftswachstum zu verhindern, müsste die Wirtschaftsleistung deutlich stärker zulegen als derz
Realer Preisanstieg für selbstgenutztes Wohneigentum, in Prozent, 2010 bis 2025.
Seit 2010 ist selbstgenutzter Wohnraum durchschnittlich um 21,3 Prozent (real) im Wert gestiegen.
Schätzung, in Euro, pro Wahlberechtigten
Österreich leistet sich im europäischen Vergleich die mit Abstand teuerste Parteienförderung.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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