Nach heftiger Kritik an der 4,2-Prozent-Gehaltserhöhung für Kammermitarbeiter ruderte die Kammerführung zurück: Die Erhöhung bleibt, aber sie kommt um sechs Monate später.
Der Schaden ist nicht behoben, sondern nur verschoben. Das wird den vielen Unternehmern nicht gefallen, die diese Lohnerhöhungen bezahlen müssen, obwohl sie angesichts der hartnäckigen Krise nicht wissen, wie sie die explodierenden Arbeitskosten im eigenen Betrieb stemmen sollen.
Wundern werden sich auch die Metallarbeiter, die angesichts der Krise Reallohnverluste akzeptieren. Die Kammer hingegen kennt keine Krise, sie darf mit Einnahmen in der Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro rechnen, die Rücklagen belaufen sich auf über zwei Milliarden Euro. Die Zwangsbeiträge machen es möglich. In der Gehaltstabelle liegen die Beschäftigten der Wirtschaftskammer Österreich wenig überraschend an der Spitze, dicht gefolgt von deren Kollegen in der Arbeiterkammer Wien und dem Öffentlichen Dienst, wie eine Grafik der Agenda Austria zeigt.
So verdient ein Vollzeit-Mitarbeiter in der Wirtschaftskammer fast 90.000 brutto im Jahr und damit noch etwas mehr als in der Arbeiterkammer Wien. Doch auch dort wird nicht geknausert. Gut 14 Prozent liegt man dort über dem durchschnittlichen Angestellten und hat damit einen fast doppelt so hohen Verdienst wie ein Arbeiter.
Erwerbspersonen in Prozent der Bevölkerung, nach Alter, im Jahr 2024
Mit 62 in den Ruhestand, mit 65 kommt der Anreiz. Die von der Dreierkoalition eingeführte Aktivpension ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Zinssätze in Österreich, in Prozent
Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
Pensionsjahre insgesamt und in guter Gesundheit, 1978 und heute, in Jahren
Wer 1978 in Österreich seinen 65. Geburtstag feierte, hatte im Schnitt knapp 14,5 Jahre Pension vor sich, knapp vier Jahre davon in guter oder sehr guter Gesundheit.
Sechs Prozentpunkte teurer als der Euroraum – trotz jahrelanger Preisbremsen.
Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Preiseingriffen versucht, die Teuerung zu dämpfen. Von Preisbremsen bis hin zu Eingriffen in einzelne Märkte.
Entwicklung von Bruttolöhnen und Produktivität je geleisteter Arbeitsstunde von 2015-2026, in Österreich
Österreichs Löhne sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker gestiegen als die Produktivität. Seit 2015 haben sich die Bruttolöhne je geleisteter Arbeitsstunde um knapp 50 Prozent erhöht, wie unsere Grafik zeigt.
Auszahlungen des Bundes in Prozent der Einnahmen
Der deutsche Kanzlerwechsel weckte speziell in Österreich die Hoffnung, dass Europas Konjunkturmotor bald wieder anspringt. Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer beschwor die Chance der deutschen Investitionen für die heimische Wirtschaft. Vom erhofften Wachstum ist derweilen wenig zu sehen.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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