Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Während der Anteil der Unternehmensgewinne zuletzt sogar stark rückläufig war, ist der Anteil der Löhne am BIP kräftig angewachsen. Die Arbeitnehmer erhalten heute also einen deutlich größeren Teil der Wirtschaftsleistung als noch vor zehn Jahren. Doch eine starke Lohnentwicklung bedeutet auch, dass die Arbeitskosten für die Unternehmen steigen. Wenn die Produktivitätsentwicklung nicht Schritt hält, verschlechtert das ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit.
Langfristig können die Löhne nur dann nachhaltig steigen, wenn Unternehmen wettbewerbsfähig sind, investieren und ihre Produktivität erhöhen. Denn verteilt werden kann am Ende nur, was zuvor erwirtschaftet wurde.
Die Grafik zeigt die quartalsweise Verteilung des österreichischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) in Milliarden Euro vom ersten Quartal 2015 bis zum ersten Quartal 2026. Die Wirtschaftsleistung ist in die vier Komponenten Löhne, Gewinne, Produktionsabgaben und Subventionen unterteilt. Über den gesamten Zeitraum steigt das nominale BIP deutlich an – von rund 90 Milliarden Euro pro Quartal auf knapp 140 Milliarden Euro. Den größten Anteil an der Wirtschaftsleistung bilden durchgehend die Löhne, gefolgt von den Gewinnen. Produktionsabgaben tragen einen kleineren, aber über den Zeitraum ebenfalls wachsenden Anteil bei, während Subventionen durchgehend den geringsten Anteil ausmachen und nur vergleichsweise geringe Schwankungen aufweisen.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Schuldenquote, im ersten Quartal 2026
Österreichs Schuldenstand hat den EU-Schnitt überholt. Wenn wir so weitermachen, werden wir auch bald zu den überdurchschnittlich hoch verschuldeten Euro-Ländern gehören.
Zahl der erstzugelassenen Studierenden an öffentlichen Universitäten in Österreich von 2003 bis 2025
In Österreich ist studieren praktisch kostenlos und für jeden zugänglich. Abgesehen vom überschaubaren Beitrag zur Hochschülervertretung von 26,20 Euro pro Semester tragen Studierende hierzulande so gut wie nichts zur Finanzierung ihrer Ausbildung bei.
Eine neue Auswertung zeigt, wie sich die Rechtfertigung für Industriepolitik in den USA, China und der EU seit 2009 verschoben hat – und die Richtung ist eindeutig.
Baubewilligungen für neue Wohnungen, bis 1. Quartal 2026
Private Haushalte bauen traditionell größer als gewerbliche oder gemeinnützige Bauträger. Logisch - der Häuslbauer baut eher ein ‘Häusl’ als eine einzelne Wohnung; eine ganze Wohnanlage wird wiederum wohl sehr selten von einer Privatperson gebaut.
Durchschnittlich geleistete Arbeitsstunden je Angestellten, in Stunden pro Jahr.
Nach einem jahrzehntelangen Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszeit ist sie 2025 wieder auf 1.374 Stunden pro Jahr geklettert - von einem (durch Corona verstärkten) Tief von 1.320 Stunden im Jahr 2020.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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