Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Über die letzten 22 Jahre ist die Zahl derer, die mehr als 60 Stunden in der Woche arbeiten, um mehr als 70 Prozent gefallen. Dafür arbeiten doppelt so viele Österreicher weniger als elf Stunden. Besonders beliebt ist es vor allem, zwischen 12 und 35 Stunden Teilzeit zu arbeiten.
Die häufigste Kategorie ist nach wie vor 36 bis 40 Wochenstunden, also klassische Vollzeit. Aber kürzere Modelle nehmen zu. Einer der Hauptgründe: steuerliche Vorteile.
Wer Teilzeit arbeitet, verdient logischerweise weniger. Weil man dadurch aber schnell in eine niedrigere Steuerstufe fällt, wird der effektive Stundenlohn höher. Das führt dazu, dass eine Verdoppelung der Arbeitszeit das Nettogehalt durchschnittlich nur um rund zwei Drittel steigert. Für viele klingt das wie ein schlechter Deal.
Was es auch ist! Mehrarbeit muss sich lohnen, damit sie aufgenommen wird. Das wäre wichtig für unsere stagnierende Wirtschaft und für jeden einzelnen, der sich aus eigener Leistung etwas aufbauen möchte. Eine Flat Tax würde dafür sorgen, dass die Arbeitszeit frei von steuerlichen Anreizen gewählt werden kann. Aktuell wird man dafür belohnt, weniger zu arbeiten – und die Menschen reagieren.
Quelle: Agenda Austria auf Basis von Daten der Statistik Austria, Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung. Dargestellt ist die Zahl der unselbständig Beschäftigten in Österreich, gegliedert nach der tatsächlich geleisteten Wochenarbeitszeit in sechs Stundengruppen (bis 11, 12 bis 24, 25 bis 35, 36 bis 40, 41 bis 59, 60 und mehr), im Zeitraum 2004 bis 2025. Jede Gruppe ist gesondert indexiert: Der Wert des Jahres 2004 entspricht 100. Die Linien zeigen damit die relative Veränderung innerhalb der jeweiligen Gruppe, nicht deren Größe im Verhältnis zu den anderen. Als tatsächlich geleistete Arbeitszeit zählen die in der Referenzwoche gearbeiteten Stunden inklusive Über- und Mehrstunden, abzüglich Abwesenheiten wie Urlaub, Krankenstand und Feiertage; Selbständige sind nicht enthalten. Durch die Umstellung der Erhebung im Zuge der EU-Sozialstatistikverordnung besteht ab 2021 ein Zeitreihenbruch, weshalb die Werte davor und danach nur eingeschränkt vergleichbar sind.
Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung der Arbeitszeit unselbständig Beschäftigter in Österreich von 2004 bis 2025. Die Beschäftigten sind nach der tatsächlich geleisteten Wochenarbeitszeit in sechs Gruppen gegliedert; für jede Gruppe ist der Wert des Jahres 2004 auf 100 gesetzt, sodass die Linien die relative Veränderung gegenüber 2004 zeigen. Drei Gruppen wachsen deutlich: Die Gruppe bis 11 Stunden steigt bis 2023 auf rund 233 und liegt 2025 bei 203,2, die Gruppe 25 bis 35 Stunden erreicht 189,9, die Gruppe 12 bis 24 Stunden 185,4. Die Gruppe 36 bis 40 Stunden verläuft über den gesamten Zeitraum nahezu waagrecht und endet bei 101,7. Zwei Gruppen schrumpfen: 41 bis 59 Stunden liegt bis 2019 knapp über dem Ausgangswert, fällt 2020 deutlich ab und endet bei 82,2; 60 Stunden und mehr sinkt nahezu durchgehend von 100 auf 28,0.
Niemand sollte sich wundern, dass es in Österreich steigenden Wohnungsmangel gibt.
Durchschnittliche Ausgaben pro Schüler nach Bildungsstufe, im Jahr 2023, in Euro (KKP)
Österreich gibt pro Kind in der frühen Bildung rund 16.000 Euro aus.
Anteil außerordentlicher Schüler in der ersten Schulstufe nach Staatsbürgerschaft, 2019/20 bis 2024/25
Fast jedes vierte Kind beginnt die Volksschule als außerordentlicher Schüler, weil es dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann.
Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die weder in Ausbildung noch erwerbstätig sind, nach Herkunft, im Jahr 2025
Was in der Schule nicht aufgeholt wird, setzt sich am Arbeitsmarkt und später im Sozialsystem fort.
Index (2015 = 100), je geleisteter Arbeitsstunde, bis 2026.
Die Löhne sind seit 2019 kräftig gestiegen - auch wenn man die starke Inflation berücksichtigt.
Durchschnittliche monatliche Haushaltsausgaben nach Ausgabengruppen, 2019/20 und 2024/25
Der gesamte Konsum der Haushalte verändert sich seit Jahren real kaum - ein Symptom der wirtschaftlichen Stagnation, die wir in Österreich seit 2019 erleben.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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