In Österreich wird viel über kürzere Arbeitszeiten diskutiert, ab dem heutigen Montag auch über höhere Löhne. Voraussetzung für beides ist eine steigende Produktivität.
Nur so können Löhne steigen und Arbeitszeiten reduziert werden, ohne Wettbewerbskraft zu verlieren. Die reale Arbeitsproduktivität wächst in Österreich auch, sie wächst allerdings immer langsamer. Schon seit der Finanzkrise hat sich die Entwicklung deutlich abgeflacht, wie eine Auswertung der Agenda Austria zeigt.
Seit 2010 ist die Produktivität in Österreich nur um rund 11 Prozent gestiegen. Das ist zwar nicht weit vom EU-Durchschnitt entfernt. Doch wird das reichen, wenn die Löhne hierzulande aufgrund der höheren Inflationsrate stärker steigen müssen als andernorts in Europa? Für die heute beginnende Herbstlohnrunde ist das relevant, weil nach der traditionellen Benya-Formel nicht nur die Inflation, sondern auch Produktivitätszuwächse abgegolten werden sollen. „Allein die Inflationsabgeltung wird dieses Jahr viel teurer als im Vorjahr und eine Belastungsprobe für viele Betriebe“, sagt Agenda Austria-Ökonom Jan Kluge. Sollten die Lohnstückkosten über einen längeren Zeitraum stärker steigen als in anderen Ländern, dann schadet das dem Wirtschaftsstandort insgesamt.
Schätzung, in Euro, pro Wahlberechtigten
Österreich leistet sich im europäischen Vergleich die mit Abstand teuerste Parteienförderung.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
in Jahren, im Jahr 2025
Im Schnitt arbeiten Österreicherinnen und Österreicher 39,1 Jahre ihres Lebens.
Zahl der erstzugelassenen Studierenden an öffentlichen Universitäten in Österreich von 2003 bis 2025
In Österreich ist studieren praktisch kostenlos und für jeden zugänglich. Abgesehen vom überschaubaren Beitrag zur Hochschülervertretung von 26,20 Euro pro Semester tragen Studierende hierzulande so gut wie nichts zur Finanzierung ihrer Ausbildung bei.
Durchschnittlich geleistete Arbeitsstunden je Angestellten, in Stunden pro Jahr.
Nach einem jahrzehntelangen Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszeit ist sie 2025 wieder auf 1.374 Stunden pro Jahr geklettert - von einem (durch Corona verstärkten) Tief von 1.320 Stunden im Jahr 2020.
Durchschnittliche Anzahl der Einwohner pro Bezugsperson von Mindestsicherung oder Sozialhilfe, im Jahr 2024
Österreichweit beziehen mehr als 200.000 Menschen Mindestsicherung. Wenig überraschend: In Wien ist die Dichte mit Abstand am höchsten.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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