Ist Österreich das kränkste Land Europas? Könnte man meinen, wenn man sich ansieht, wie oft hierzulande der Arzt aufgesucht wird - nämlich öfter als überall sonst in Europa.
Aber vielleicht gibt es auch einen anderen Grund, warum Schweden, Norweger oder Schweizer so viel seltener eine medizinische Einrichtung besuchen: In diesen Ländern ist für jeden Arztbesuch ein Selbstbehalt zu zahlen.
Wir fordern das auch für Österreich. Zehn Prozent der Kosten sollten vom Patienten getragen werden, gedeckelt bei 700 Euro im Jahr.
Das Solidarprinzip setzt voraus, dass alle Beteiligten verantwortungsvoll mit dem gemeinsamen Gut umgehen. In Österreich ist dieses Prinzip jedoch strukturell untergraben: Wem die Nutzung nichts kostet, hat keinen Anreiz, es sorgsam zu nutzen. Das führt von unnötigen Arztbesuchen bis zu überflüssigen Medikamentenverschreibungen.
Ein Selbstbehalt hätte also eine doppelte Funktion: Er lenkt Verhalten in Richtung bewussterer Inanspruchnahme (und verkürzt damit Wartezeiten für die, die wirklich einen Termin brauchen) und generiert gleichzeitig zusätzliche Mittel, die der langfristigen Budgetgesundheit zugutekommen. Allein 2026 wäre das mindestens eine Milliarden Euro – auch, wenn die wirklich Bedürftigen weiter gefördert werden.
Am Schluss könnte Österreichs Gesundheitssystem ein wenig mehr aussehen wie in der Schweiz, Norwegen, oder Schweden – man kann sich Schlimmeres vorstellen.
Quelle: Eurostat.
Methodik: Ausgewiesen wird die durchschnittliche Zahl der Arztkontakte je Einwohner und Jahr. Gezählt werden Konsultationen in der Arztpraxis, beim Patienten zu Hause sowie in Ambulanzen von Spitälern oder ambulanten Versorgungszentren; auch Telekonsultationen sind erfasst. Enthalten sind Allgemein- und Fachärzte; ausgenommen sind Konsultationen im Rahmen einer stationären oder tagesklinischen Behandlung. Erfasst sind die EU-27 sowie Norwegen und die Schweiz. Für einzelne Länder gelten Einschränkungen: Bulgarien, Griechenland, Italien, Zypern und Slowenien etwa ohne Telekonsultationen; für die Schweiz liegt dem Wert der Jahresschnitt 2020–2022 zugrunde.
Das Balkendiagramm zeigt die durchschnittliche Zahl der Arztbesuche pro Kopf im Jahr 2023 für die EU-27 sowie Norwegen und die Schweiz, absteigend sortiert. Den höchsten Wert weist Österreich mit rund 12,6 Kontakten je Einwohner auf, gefolgt von der Slowakei (rund 11,0) und Ungarn (rund 10,9). Am unteren Ende der Skala liegen Griechenland (rund 2,7), Malta (rund 3,0) und Schweden (rund 3,2). Die Werte reichen damit von etwa 2,7 bis 12,6 Arztbesuchen pro Kopf. Die Balken sind in zwei Farben gehalten: Ein heller Farbton kennzeichnet Länder ohne Selbstbehalt, ein dunkler Farbton Länder mit Selbstbehalt für Arztbesuche. Die Datengrundlage stammt von Eurostat; für die Schweiz beruht der Wert mangels aktueller Daten auf dem Jahresschnitt 2020–2022.
Niemand sollte sich wundern, dass es in Österreich steigenden Wohnungsmangel gibt.
Durchschnittliche Ausgaben pro Schüler nach Bildungsstufe, im Jahr 2023, in Euro (KKP)
Österreich gibt pro Kind in der frühen Bildung rund 16.000 Euro aus.
Anteil außerordentlicher Schüler in der ersten Schulstufe nach Staatsbürgerschaft, 2019/20 bis 2024/25
Fast jedes vierte Kind beginnt die Volksschule als außerordentlicher Schüler, weil es dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann.
Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die weder in Ausbildung noch erwerbstätig sind, nach Herkunft, im Jahr 2025
Was in der Schule nicht aufgeholt wird, setzt sich am Arbeitsmarkt und später im Sozialsystem fort.
Index (2015 = 100), je geleisteter Arbeitsstunde, bis 2026.
Die Löhne sind seit 2019 kräftig gestiegen - auch wenn man die starke Inflation berücksichtigt.
Durchschnittliche monatliche Haushaltsausgaben nach Ausgabengruppen, 2019/20 und 2024/25
Der gesamte Konsum der Haushalte verändert sich seit Jahren real kaum - ein Symptom der wirtschaftlichen Stagnation, die wir in Österreich seit 2019 erleben.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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