Jeder dritte Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, fließt mittlerweile in Sozialleistungsausgaben.
Folgt man den politischen Debatten in Österreich, erschleicht einen schnell das Gefühl, man könne der klirrenden sozialen Kälte in diesem Land kaum entkommen. Aber unsere Grafik zeigt, dass kaum etwas unwahrer sein könnte.
33,4 Prozent der Wirtschaftsleistung – fast ein Rekordwert, und kein Ende in Sicht. Man würde gerne behaupten, das habe noch mit Corona zu tun: 2020 schoss die Sozialquote pandemiebedingt auf 34,1 Prozent, fiel danach kurz zurück auf 29,4 Prozent. Doch seit 2022 klettert sie wieder Jahr für Jahr – ganz ohne Pandemie, ganz ohne Ausnahmezustand. Zum Vergleich: 1990 waren es 26,1 Prozent. Der Sozialstaat wächst also deutlich schneller als die Wirtschaft, die ihn finanzieren soll.
Nachhaltig ist das nicht. Der größte Treiber ist die demographische Entwicklung: weil Österreich immer älter wird, steigen nicht nur die Pensionsausgaben rasant, sondern auch die Kosten im Gesundheitssystem. Immer mehr Pensionisten stehen einer immer kleineren Zahl an Erwerbstätigen gegenüber, die sie erhalten müssen.
Auf Dauer lässt sich das nicht stemmen. Ohne echte Reformen beim Pensionsantrittsalter und im Gesundheitssystem wird die Sozialquote weiter steigen – bis sie irgendwann überhaupt nicht mehr finanzierbar ist.
Quelle: Statistik Austria, Europäisches System der Integrierten Sozialschutzstatistik (ESSOSS). Dargestellt ist die Sozialquote in Österreich – der Anteil der Sozialausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Prozent – jährlich von 1990 bis 2025. Die Sozialausgaben nach ESSOSS umfassen vor allem Sozialleistungen wie Pensionen sowie Gesundheits-, Familien- und Arbeitslosenleistungen; nicht enthalten sind etwa private Lebensversicherungen, private Zuzahlungen in der Pflege, Bildungsausgaben und rein steuerlich bedingte Umverteilung. Der Wert für das Jahr 2025 ist vorläufig.
Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung der Sozialquote in Österreich – die Sozialleistungsausgaben in Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) – von 1990 bis 2025. Der Wert beginnt 1990 bei 26,1 Prozent, dem niedrigsten Stand der Reihe, und steigt bis Mitte der 1990er-Jahre auf 29,0 Prozent. Danach sinkt er bis 2007 auf ein Zwischentief von 27,1 Prozent. In den Jahren 2009 und 2010 steigt die Quote auf 29,7 beziehungsweise 29,8 Prozent und bewegt sich in den 2010er-Jahren um die 30-Prozent-Marke, mit 30,0 Prozent im Jahr 2014. 2020 erreicht die Kurve mit 34,1 Prozent ihren höchsten Wert, fällt anschließend auf 30,4 Prozent (2022) zurück und steigt danach wieder an – auf 33,4 Prozent im Jahr 2025. Der Wert für 2025 ist vorläufig.
Auszahlungen des Bundes in Prozent der Einnahmen
Der deutsche Kanzlerwechsel weckte speziell in Österreich die Hoffnung, dass Europas Konjunkturmotor bald wieder anspringt. Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer beschwor die Chance der deutschen Investitionen für die heimische Wirtschaft. Vom erhofften Wachstum ist derweilen wenig zu sehen.
Anzahl der Frauen über 60 Jahre in Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Schulung, bis Juni 2026
Der SPÖ-nahe Pensionistenverband warnt wieder einmal vor der Massenarbeitslosigkeit, die Österreich droht, wenn das Pensionsantrittsalter angehoben wird.
Zusätzlich erforderliches nominales Wachstum zur Stabilisierung der Schuldenquote, in Prozent
Österreichs Staatsschulden sind auf mehr als 430 Milliarden Euro angewachsen, die Schuldenquote dürfte laut Fiskalrat bis 2030 auf einen Rekordwert von 88 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Um diesen Anstieg der Schuldenquote allein durch Wirtschaftswachstum zu verhindern, müsste die Wirtschaftsleistung deutlich stärker zulegen als derz
Realer Preisanstieg für selbstgenutztes Wohneigentum, in Prozent, 2010 bis 2025.
Seit 2010 ist selbstgenutzter Wohnraum durchschnittlich um 21,3 Prozent (real) im Wert gestiegen.
Schätzung, in Euro, pro Wahlberechtigten
Österreich leistet sich im europäischen Vergleich die mit Abstand teuerste Parteienförderung.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
Lernen Sie uns kennenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen