Österreichs Staatsschulden sind auf mehr als 430 Milliarden Euro angewachsen, die Schuldenquote dürfte laut Fiskalrat bis 2030 auf einen Rekordwert von 88 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Um diesen Anstieg der Schuldenquote allein durch Wirtschaftswachstum zu verhindern, müsste die Wirtschaftsleistung deutlich stärker zulegen als derzeit prognostiziert.
Die Berechnungen der Agenda Austria zeigen: Bereits heuer wäre ein nominales Wachstum von 5,5 Prozent erforderlich, 2,4 Prozentpunkte mehr als erwartet.
Auch in den Folgejahren bleibt eine deutliche Lücke bestehen. Allein auf einen Konjunkturaufschwung zu hoffen, ist keine realistische Strategie. Um die Schuldenquote zu stabilisieren, braucht es vor allem strukturelle Reformen und eine konsequentere Ausgabendisziplin. Denn je höher die Verschuldung steigt, desto stärker belasten die Zinszahlungen künftige Budgets und desto geringer wird der finanzielle Spielraum des Staates. Der langfristige Ausblick ist noch besorgniserregender: „Ohne große Reformen könnten die steigenden Zinsausgaben dazu führen, dass der Staat Mitte der 2030er-Jahre sogar einen Budgetüberschuss erwirtschaften müsste, um die Schuldenquote stabil zu halten. Von einem solchen Budgetüberschuss ist Österreich derzeit jedoch noch Lichtjahre entfernt“, sagt Agenda Austria-Ökonom Dénes Kucsera.
Quellen: Agenda Austria, BMF.
Methodik: Für die Grafik wird das schuldenstabilisierende Wachstum herangezogen. Es zeigt, wie stark die Wirtschaft nominal wachsen müsste, damit die Schuldenquote bei den prognostizierten Zinssätzen und Budgetdefiziten nicht weiter steigt.
Das gestapelte Balkendiagramm zeigt für die Jahre 2026 bis 2031 das nominale Wirtschaftswachstum in Österreich, das nötig wäre, um die Schuldenquote zu stabilisieren, in Prozent. Jeder Balken ist zweigeteilt: Der untere, dunkle Abschnitt steht für das prognostizierte nominale Wachstum, der obere, helle Abschnitt für das darüber hinaus erforderliche Wachstum. Der Wert über dem Balken nennt die Summe beider Teile, also das insgesamt schuldenstabilisierende Wachstum. Im Jahr 2026 liegt dieser Gesamtwert bei 5,5 Prozent, zusammengesetzt aus 3,1 Prozent Prognose und 2,4 Prozentpunkten zusätzlichem Bedarf. In den Folgejahren sinkt der erforderliche Gesamtwert auf 4,4 Prozent (2027), 3,8 Prozent (2028), je 3,6 Prozent (2029 und 2030) und 3,7 Prozent (2031). Der zusätzlich erforderliche Anteil ist 2026 mit 2,4 Prozentpunkten am größten und liegt in den übrigen Jahren zwischen 0,5 und 0,9 Prozentpunkten. Das prognostizierte Wachstum bewegt sich durchgehend zwischen 2,9 und 3,5 Prozent.
Realer Preisanstieg für selbstgenutztes Wohneigentum, in Prozent, 2010 bis 2025.
Seit 2010 ist selbstgenutzter Wohnraum durchschnittlich um 21,3 Prozent (real) im Wert gestiegen.
Schätzung, in Euro, pro Wahlberechtigten
Österreich leistet sich im europäischen Vergleich die mit Abstand teuerste Parteienförderung.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
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Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Schuldenquote, im ersten Quartal 2026
Österreichs Schuldenstand hat den EU-Schnitt überholt. Wenn wir so weitermachen, werden wir auch bald zu den überdurchschnittlich hoch verschuldeten Euro-Ländern gehören.
Zahl der erstzugelassenen Studierenden an öffentlichen Universitäten in Österreich von 2003 bis 2025
In Österreich ist studieren praktisch kostenlos und für jeden zugänglich. Abgesehen vom überschaubaren Beitrag zur Hochschülervertretung von 26,20 Euro pro Semester tragen Studierende hierzulande so gut wie nichts zur Finanzierung ihrer Ausbildung bei.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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