Der SPÖ-nahe Pensionistenverband warnt wieder einmal vor der Massenarbeitslosigkeit, die Österreich droht, wenn das Pensionsantrittsalter angehoben wird.
Dabei zitieren sie die graduelle Anhebung des Frauenantrittsalters: Im März 2026 seien bereits 4.670 Frauen im Alter von 60 Jahren arbeitslos gewesen – rund dreieinhalbmal so viele wie zu Beginn des Jahres 2024. Bei den 61-Jährigen habe sich der Wert sogar auf 1.900 verzehnfacht.
Ja klar! Vor Anhebung des Antrittsalters wären diese Arbeitslosen ja auch einfach in Pension gegangen. Aber die Zahlen des PVÖ verschweigen die größere Wahrheit: Viel mehr Frauen über 60 arbeiten!
Wie unsere Grafik zeigt, führt die schrittweise Angleichung des Frauenantrittsalters in dieser Altersgruppe zu einer stark steigenden Zahl an Beschäftigten. Für die zahlreichen erwerbstätigen Frauen bedeutet das außerdem höhere Pensionen – win-win.
Sorgen vor Massenarbeitslosigkeit durch eine Erhöhung des Antrittsalters sind also völlig unbegründet – und eine Kopplung an die Lebenserwartung weiter der wichtigste Hebel, um das Pensionssystem langfristig zu stabilisieren. Denn bei einer Lebenserwartung von weit über 80 Jahren und immer längeren Ausbildungsdauern ist ein gesetzliches Antrittsalter von 65 gesellschaftlich schlicht nicht mehr tragbar.
Quellen: Agenda Austria, AMS (Arbeitsmarktdaten). Dargestellt ist die Zahl der Frauen über 60 Jahre in Österreich, in Tausend, im Monatsverlauf bis einschließlich Juni 2026. Erfasst sind zwei Gruppen: unselbständig Beschäftigte sowie Arbeitslose und Schulungsteilnehmerinnen; selbständig erwerbstätige Frauen sind nicht enthalten. Die beiden Gruppen werden zu einer Gesamtzahl übereinandergestapelt, die obere Linie entspricht der Summe. Die Werte der jüngsten Monate sind vorläufig und können nachträglich revidiert werden.
Die Grafik zeigt in einem Flächendiagramm die Zahl der Frauen über 60 Jahre in Österreich, in Tausend, von 2017 bis Juni 2026. Unterschieden werden zwei Gruppen: unselbständig Beschäftigte (gelb) sowie Arbeitslose und Schulungsteilnehmerinnen (blau); selbständig erwerbstätige Frauen sind nicht enthalten. Die Flächen sind übereinandergestapelt, die obere Linie entspricht der Gesamtzahl. Diese steigt von rund 27.000 zu Beginn des Zeitraums auf gut 50.000 Anfang 2024 und danach deutlich steiler auf über 110.000 im Juni 2026. Den weit überwiegenden Teil bilden durchgehend die unselbständig Beschäftigten, deren Zahl bis Juni 2026 auf über 100.000 steigt. Die Arbeitslosen und Schulungsteilnehmerinnen bilden über den gesamten Zeitraum ein schmales Band darüber, das sich gegen Ende etwas verbreitert.
Zusätzlich erforderliches nominales Wachstum zur Stabilisierung der Schuldenquote, in Prozent
Österreichs Staatsschulden sind auf mehr als 430 Milliarden Euro angewachsen, die Schuldenquote dürfte laut Fiskalrat bis 2030 auf einen Rekordwert von 88 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Um diesen Anstieg der Schuldenquote allein durch Wirtschaftswachstum zu verhindern, müsste die Wirtschaftsleistung deutlich stärker zulegen als derz
Realer Preisanstieg für selbstgenutztes Wohneigentum, in Prozent, 2010 bis 2025.
Seit 2010 ist selbstgenutzter Wohnraum durchschnittlich um 21,3 Prozent (real) im Wert gestiegen.
Schätzung, in Euro, pro Wahlberechtigten
Österreich leistet sich im europäischen Vergleich die mit Abstand teuerste Parteienförderung.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Schuldenquote, im ersten Quartal 2026
Österreichs Schuldenstand hat den EU-Schnitt überholt. Wenn wir so weitermachen, werden wir auch bald zu den überdurchschnittlich hoch verschuldeten Euro-Ländern gehören.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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