An Österreichs öffentlichen Universitäten hat sich das Verhältnis gedreht: Seit dem Studienjahr 2021/22 werden mehr ausländische als österreichische Studierende erstzugelassen – und der Abstand wächst jedes Jahr.
2024/25 standen 31.187 Erstzugelassenen aus dem Ausland nur 20.484 aus dem Inland gegenüber. Größte Herkunftsgruppe sind mit 20 bis 25 Prozent die Deutschen.
Das wird zum Problem, weil die Rechnung für den Steuerzahler nicht aufgeht: Ein Studienplatz kostet den Staat viel Geld – in der Medizin bis zu 60.000 Euro pro Jahr. Wer nach dem Abschluss das Land verlässt, hinterlässt keinen volkswirtschaftlichen Nutzen, etwa in Form höherer Steuereinnahmen – und die besten verfügbare Evidenz deutet darauf hin, dass die meisten nach dem Studium in die Heimat zurückkehren.
Unsere Ökonomin Carmen Treml sieht dringenden Handlungsbedarf: Es braucht ein Bewusstsein dafür, dass ein Studienplatz Geld kostet. Moderate Studiengebühren – für alle, etwa auf dem Niveau der Fachhochschulen (rund 363 Euro pro Semester) – wären ein Weg, der den Zugang zu Bildung offen hält und den Hochschulen zugleich finanziellen Spielraum verschafft.
Die Frage, die sich Österreich stellen muss: Kann Studieren auf Dauer gratis bleiben – oder wie halten wir die Absolventen im Land? So, wie es jetzt läuft, bringt es dem Staat Österreich nämlich nichts.
Quelle: Agenda Austria auf Basis von Daten der Statistik Austria (Hochschulstatistik).
Dargestellt ist die Zahl der erstzugelassenen Studierenden an öffentlichen Universitäten je Studienjahr, aufgeschlüsselt nach der Staatsangehörigkeit. „Erstzugelassen” bedeutet, dass eine Person im betreffenden Studienjahr erstmals zu einem Studium an einer öffentlichen Universität zugelassen wurde. Es handelt sich damit um eine jährliche Zugangsgröße – nicht um die Gesamtzahl aller Studierenden und nicht um die Zahl der Studienabschlüsse.
Die Zuordnung erfolgt nach der Staatsangehörigkeit, nicht nach dem Ort des Schulabschlusses oder dem Wohnsitz. Unterschieden werden die Kategorien Österreich, Deutschland, übriges Europa (ohne Österreich und Deutschland), Asien, Amerika, Afrika, Ozeanien sowie nicht zuordenbar/unbekannt.
Nicht enthalten sind Fachhochschulen, Privatuniversitäten und Pädagogische Hochschulen. Bezieht man diese ein, ist das Verhältnis von in- und ausländischen Studienanfängern annähernd ausgeglichen.
Letztes abgeschlossenes Studienjahr: 2024/25.
Das gestapelte Säulendiagramm zeigt die Zahl der erstzugelassenen Studierenden an Österreichs öffentlichen Universitäten für die Studienjahre 2004/05 bis 2024/25. Jede Säule steht für ein Studienjahr; ihre Höhe entspricht der Gesamtzahl der Erstzugelassenen, die farbigen Segmente unterteilen diese nach der Staatsangehörigkeit.
Von unten nach oben sind die Segmente eingefärbt: Österreich (dunkelblau), Deutschland (gelb), übriges Europa ohne Österreich und Deutschland (orange), Asien (dunkelgrün), Amerika (hellgrün), Afrika (violett), Ozeanien (türkis) sowie nicht zuordenbar/unbekannt (hellviolett).
Die Gesamtzahl der Erstzugelassenen steigt von rund 38.000 zu Beginn des Zeitraums auf einen Höchststand von etwa 56.000 Mitte der 2010er-Jahre, geht danach auf rund 44.000 um 2020 zurück und liegt zuletzt (2024/25) bei etwa 51.700. Das dunkelblaue Segment (Österreich) bewegt sich über den gesamten Zeitraum zwischen rund 20.000 und 32.000 und geht in den letzten Studienjahren auf etwa 20.500 zurück. Die Segmente für ausländische Studierende – vor allem Deutschland und das übrige Europa – nehmen im Zeitverlauf zu.
Zu Beginn des Zeitraums stellen österreichische Studierende die Mehrheit der Erstzugelassenen. Ab dem Studienjahr 2021/22 übersteigt die Zahl der ausländischen Erstzugelassenen jene der österreichischen. Im letzten Studienjahr 2024/25 stehen rund 20.500 österreichischen etwa 31.200 ausländische Erstzugelassene gegenüber.
Anzahl an Steuern und Abgaben, im Jahr 2024
Jetzt die Paketabgabe, in ein paar Monaten die Streamingabgabe und wer weiß, was sich das Regierungstrio gerade noch so zusammenwürfelt: Österreich versinkt in seinen Steuern und Abgaben.
Erwerbspersonen in Prozent der Bevölkerung, nach Alter, im Jahr 2024
Mit 62 in den Ruhestand, mit 65 kommt der Anreiz. Die von der Dreierkoalition eingeführte Aktivpension ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Anteil der 15- bis 29-Jährigen, die weder erwerbstätig noch in Aus- oder Weiterbildung sind, in Prozent
Lange stand Österreich hier deutlich besser da als der Rest der EU.
Ausgaben für Bildungseinrichtungen nach Bildungsstufe, in Prozent des BIP, im Jahr 2023
Während wir bei den Hochschulen fast an der europäischen Spitze liegen, geben wir für frühkindliche Bildung weniger aus, als die meisten EU-Länder. Dabei entscheidet sich genau in den ersten Jahren, ob Kinder später mithalten können. Wir sparen dort, wo jeder Euro am meisten bewirken würde und sind dort großzügig, wo mithilfe von Studieng
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Einen flächendeckenden Lehrermangel gibt es in Österreich nicht, auch wenn das gern behauptet wird, meint unsere Ökonomin Carmen Treml. Nur rund ein Prozent der Lehrerstellen ist unbesetzt. Der Anteil nicht voll ausgebildeter Lehrkräfte liegt mit 6,7 Prozent klar unter dem OECD-Schnitt von 9,1 Prozent. Wir haben kein Mengenproblem, sondern Engp
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
Lernen Sie uns kennenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen