Die österreichischen Tariflöhne sind jenen der Eurozone in den vergangenen Jahren rasant davongezogen.
Um zehn Prozentpunkte sind sie seit 2020 stärker gestiegen; allein im Jahr 2023 lagen unsere Lohnabschlüsse um fast vier Prozentpunkte oberhalb der Eurozone, wie unsere Grafik zeigt. Die Prognose bis Ende 2026 ist allerdings bemerkenswert: Erstmals seit Jahren geht der Vorsprung wieder etwas zurück, wenn auch nur leicht. Ist das die Trendwende? Ist der Realitätssinn zurück in Österreich?
Wir tun gut daran, den aufgebauten Lohnvorsprung gegenüber unseren Konkurrenten schnell weiter abzubauen. Alternativ könnten wir natürlich in dem Umfang, in dem wir teurer geworden sind, produktiver werden. Davon sind wir aber weit entfernt. Die Entwicklung der Arbeitsproduktivität pro Stunde ist inzwischen zum Erliegen gekommen; pro Erwerbstätigen gerechnet steigt die Produktivität schon seit 20 Jahren nicht mehr. Ökonom Jan Kluge zeichnet ein düsteres Zukunftsszenario: „Wenn immer weniger Erwerbstätige immer weniger Stunden arbeiten und pro Stunde auch noch mehr verdienen wollen, obwohl sie gar nicht produktiver werden, dann wird der Letzte nur noch das Licht ausmachen können.“
Schätzung, in Euro, pro Wahlberechtigten
Österreich leistet sich im europäischen Vergleich die mit Abstand teuerste Parteienförderung.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Schuldenquote, im ersten Quartal 2026
Österreichs Schuldenstand hat den EU-Schnitt überholt. Wenn wir so weitermachen, werden wir auch bald zu den überdurchschnittlich hoch verschuldeten Euro-Ländern gehören.
Zahl der erstzugelassenen Studierenden an öffentlichen Universitäten in Österreich von 2003 bis 2025
In Österreich ist studieren praktisch kostenlos und für jeden zugänglich. Abgesehen vom überschaubaren Beitrag zur Hochschülervertretung von 26,20 Euro pro Semester tragen Studierende hierzulande so gut wie nichts zur Finanzierung ihrer Ausbildung bei.
Eine neue Auswertung zeigt, wie sich die Rechtfertigung für Industriepolitik in den USA, China und der EU seit 2009 verschoben hat – und die Richtung ist eindeutig.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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