Die österreichischen Tariflöhne sind jenen der Eurozone in den vergangenen Jahren rasant davongezogen.
Um zehn Prozentpunkte sind sie seit 2020 stärker gestiegen; allein im Jahr 2023 lagen unsere Lohnabschlüsse um fast vier Prozentpunkte oberhalb der Eurozone, wie unsere Grafik zeigt. Die Prognose bis Ende 2026 ist allerdings bemerkenswert: Erstmals seit Jahren geht der Vorsprung wieder etwas zurück, wenn auch nur leicht. Ist das die Trendwende? Ist der Realitätssinn zurück in Österreich?
Wir tun gut daran, den aufgebauten Lohnvorsprung gegenüber unseren Konkurrenten schnell weiter abzubauen. Alternativ könnten wir natürlich in dem Umfang, in dem wir teurer geworden sind, produktiver werden. Davon sind wir aber weit entfernt. Die Entwicklung der Arbeitsproduktivität pro Stunde ist inzwischen zum Erliegen gekommen; pro Erwerbstätigen gerechnet steigt die Produktivität schon seit 20 Jahren nicht mehr. Ökonom Jan Kluge zeichnet ein düsteres Zukunftsszenario: „Wenn immer weniger Erwerbstätige immer weniger Stunden arbeiten und pro Stunde auch noch mehr verdienen wollen, obwohl sie gar nicht produktiver werden, dann wird der Letzte nur noch das Licht ausmachen können.“
Es gibt immer weniger Lehrlinge, aber der Rückgang ist nicht einheitlich. Seit 2010 hat sich die Zahl der Lehrlinge in Betrieben mit maximal neun Mitarbeitern halbiert, während die Großbetriebe heute sogar mehr ausbilden als damals.
Entwicklung der Sozialausgaben, in Prozent des BIP
Die Sozialquote ist zur Hälfte eine Pensionsquote.
Sozialleistungsausgaben, in Prozent des BIP
Jeder dritte Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, fließt mittlerweile in Sozialleistungsausgaben.
Auszahlungen des Bundes in Prozent der Einnahmen
Der deutsche Kanzlerwechsel weckte speziell in Österreich die Hoffnung, dass Europas Konjunkturmotor bald wieder anspringt. Auch Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer beschwor die Chance der deutschen Investitionen für die heimische Wirtschaft. Vom erhofften Wachstum ist derweilen wenig zu sehen.
Anzahl der Frauen über 60 Jahre in Beschäftigung, Arbeitslosigkeit und Schulung, bis Juni 2026
Der SPÖ-nahe Pensionistenverband warnt wieder einmal vor der Massenarbeitslosigkeit, die Österreich droht, wenn das Pensionsantrittsalter angehoben wird.
Zusätzlich erforderliches nominales Wachstum zur Stabilisierung der Schuldenquote, in Prozent
Österreichs Staatsschulden sind auf mehr als 430 Milliarden Euro angewachsen, die Schuldenquote dürfte laut Fiskalrat bis 2030 auf einen Rekordwert von 88 Prozent des Bruttoinlandsprodukts steigen. Um diesen Anstieg der Schuldenquote allein durch Wirtschaftswachstum zu verhindern, müsste die Wirtschaftsleistung deutlich stärker zulegen als derz
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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