Die Stimmung der europäischen Industrie ist am Boden. In den allermeisten EU-Ländern beurteilen die Branchenvertreter ihre Situation mehrheitlich pessimistisch. Fast am Ende der Liste rangieren die Industrieländer Deutschland und Österreich, wie eine Auswertung der Agenda Austria zeigt. Beide sind stark auf Industriegüter spezialisiert und müssen verzweifelt hoffen, dass die internationale Nachfrage nach diesen Produkten wieder anspringt.
Doch die weltweit schwächelnde Konjunktur ist nicht unser einziges Problem. „Abgaben- und Bürokratiebelastung, hohe Energiekosten, Arbeitskräftemangel – alle diese Standortnachteile gibt es zusammen und in diesem Ausmaß kaum irgendwo sonst auf der Welt“, so Agenda-Austria-Ökonom Jan Kluge. Politischer Wille zur Lösung dieser Probleme ist nicht erkennbar. Es ist daher kein Wunder, dass die Unternehmen nur wenig Vertrauen in den Standort fassen. 2024 wird für Österreich das dritte Jahr in Folge mit stagnierender oder rückläufiger Investitionstätigkeit sein.
Die österreichischen Tariflöhne sind jenen der Eurozone in den vergangenen Jahren rasant davongezogen.
Jahrelang profitierte Österreich von der Niedrigzinsphase. Trotz rasant steigender Staatsschulden blieben die Kosten für deren Finanzierung überschaubar. Doch diese Zeit ist vorbei.
Dass der Staat seine Budgetprobleme primär auf der Ausgabenseite lösen muss, liegt auf der Hand.
Die Diskussion rund um die Kürzungen der Universitätsbudgets ab 2028 sorgt derzeit für große Aufregung. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass das aktuelle Budget für die Jahre 2025 bis 2027 bereits deutlich erhöht wurde.
Österreich zählt im europäischen Vergleich weiter zu den wirtschaftlichen Schlusslichtern. Während viele EU-Staaten ihr reales Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit 2019 deutlich steigern konnten, zeigt sich für Österreich im Zeitraum 2019 bis 2027 eine hartnäckige Stagnation.
Die Einnahmen aus den wichtigsten Steuern gehen in Österreich trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiterhin steil nach oben.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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