Jahrelang profitierte Österreich von der Niedrigzinsphase. Trotz rasant steigender Staatsschulden blieben die Kosten für deren Finanzierung überschaubar. Doch diese Zeit ist vorbei.
Die Zinszahlungen des Staates steigen wieder deutlich an. Während die jährlichen Zinsausgaben zwischen 2014 und 2022 von rund acht auf gut vier Milliarden Euro zurückgingen, kehren sie nun auf ein Niveau zurück, das zuletzt vor mehr als einem Jahrzehnt erreicht wurde. Für das Jahr 2026 werden bereits Zinszahlungen von über neun Milliarden Euro erwartet. Laut Prognosen wird dieser Trend weiter an Dynamik gewinnen: In zehn Jahren werden die jährlichen Zinskosten bereits mehr als 20 Milliarden Euro betragen, wie unsere Berechnung basierend auf Daten des Finanzministeriums zeigt.
Der Grund dafür liegt einerseits in den seit Jahren ungebremst steigenden Schulden und andererseits im starken Zinsanstieg der vergangenen Jahre. Die Nullzinsphase schickt eben jetzt ihre Rechnung: Neue Schulden sowie auslaufende Anleihen müssen zu deutlich höheren Konditionen refinanziert werden als noch vor wenigen Jahren. Auf der Regierungsbank fehlt bislang die Bereitschaft, strukturelle Herausforderungen – etwa die demografische Entwicklung – konsequent anzugehen. Ökonom Dénes Kucsera warnt vor einer Verharmlosung dieser Entwicklung: „Die Jahre des Gratisgeldes sind vorbei. Steigende Zinszahlungen sind kein abstraktes Problem, sondern Geld, das für Schulen, Infrastruktur oder Entlastungen nicht mehr zur Verfügung steht. Wer heute neue Schulden macht, verschiebt die Rechnung nicht mehr in die Zukunft, sie landet zunehmend unmittelbar im Budget.“
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Zinssätze in Österreich, in Prozent
Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
2.800 Euro pro Kopf. So viel zahlt jeder Erwerbstätige in Österreich 2029 allein an Zinsen für die Staatsschulden. Insgesamt wird der Staat 2029 12,6 Milliarden Euro an Zinsen zahlen.
Pensionsjahre insgesamt und in guter Gesundheit, 1978 und heute, in Jahren
Wer 1978 in Österreich seinen 65. Geburtstag feierte, hatte im Schnitt knapp 14,5 Jahre Pension vor sich, knapp vier Jahre davon in guter oder sehr guter Gesundheit.
Wirtschaftsklassen. mit den größten Beschäftigtenveränderungen zwischen April 2025 und April 2026
Wen überrascht es: Das stärkste Jobwachstum gibt es im staatlichen Bereich.
reale Unternehmensinvestitionen, Index (2019 = 100)
Die Pandemie ist lange vorbei, die heimische Investitionsschwäche nicht. Real investieren Österreichs Unternehmen heuer um sechs Prozent weniger als 2019. In den USA liegen die Investitionen um 26 Prozent über dem Vorkrisenniveau, in Italien um 29 Prozent, im Vereinigten Königreich um 11 Prozent. Selbst die EU hat den Rückstand aufgeholt. Schw
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
Lernen Sie uns kennenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen