Die kalte Progression ist zurück. Seit sie 2023 teilweise abgeschafft wurde - die Agenda Austria hatte jahrelang darauf gepocht - werden zwei Drittel der versteckten Steuererhöhung automatisch abgegolten. Über das letzte Drittel verfügt die Politik, bisher wurde auch dieses über Anpassungen von Tarifstufen und Absetzbeträgen sowie andere steuerliche Entlastungen zurückgegeben.
Das ändert sich jetzt. Ab 2026 kassiert der Staat sein Drittel der heimliche Steuererhöhung einfach wieder ein. Bei 3.500 Euro monatlichem Bruttoeinkommen bleiben dem Durchschnittssteuerzahler so bis 2029 rund 530 Euro weniger. In Summe schnappt sich der Staat 4,1 Milliarden Euro, alleine 2030 werden es 2,1 Milliarden Euro sein.
Statt einem Sparpaket gibt es also wieder eine Steuererhöhung. Aber eine, die nicht einmal offen beschlossen wird.
Quelle: Agenda Austria auf Basis von OeNB und WIFO. Der Ausgleich der kalten Progression orientiert sich an der Inflationsentwicklung im Zeitraum von Juli des Vorjahres bis Juni des jeweiligen laufenden Jahres. Für die relevanten Zeiträume werden auf Grundlage der Prognosen von WIFO und OeNB Inflationsraten von 2,6 Prozent (2024/25), 3,4 Prozent (2025/26), 2,8 Prozent (2026/27), 2,3 Prozent (2027/28) sowie 2,1 Prozent (2028/29) unterstellt.
Die Grafik zeigt in einem Balkendiagramm die jährliche Steuermehrbelastung, die durch die fehlende Kompensation des letzten Drittels der kalten Progression entsteht, in Milliarden Euro. Im Jahr 2026 beträgt die Mehrbelastung 0,3 Milliarden Euro. Sie steigt in den Folgejahren kontinuierlich an: auf 0,8 Milliarden Euro im Jahr 2027, 1,3 Milliarden Euro im Jahr 2028 und 1,7 Milliarden Euro im Jahr 2029. Im Jahr 2030 erreicht sie mit 2,1 Milliarden Euro den höchsten Wert im dargestellten Zeitraum.
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