Vor wenigen Tagen ließ ifo-Chef Clemens Fuest mit der Warnung aufhorchen, dass sich der deutsche Staat immer weiter aufblähe, während die privaten Investitionen zurückfielen. Eine Diagnose, die auch für Österreich zutrifft.
Seit Jahren gehen die privaten Nettoanlageinvestitionen – also das, was über die Abschreibungen hinaus investiert wird – zurück. Seit 2023 befinden sie sich im freien Fall. Die öffentliche Hand scheint dagegenhalten zu wollen, wie eine Grafik der Agenda Austria zeigt. Letztes Jahr kam – auf ausgesprochen niedrigem Niveau – mehr als jeder zweite investierte Euro vom Staat. Es ist der Einstieg in die Kommandowirtschaft.
Eine gute Nachricht ist das keineswegs. Denn erstens konnte der Staat als Unternehmer noch nie wirklich überzeugen und zweitens wird er die wegbrechenden privaten Investitionen nie und nimmer kompensieren können. Schon heute braucht der Staat eine der höchsten Abgabenquoten der Welt und gleichzeitig neue Schulden in atemberaubendem Ausmaß, um seine Rechnungen bezahlen zu können. Das wird so nicht funktionieren. Lieber sollte die Regierung dafür sorgen, dass private Investoren wieder in den Wirtschaftsstandort vertrauen. „Dass der Privatsektor dem österreichischen Standort den Rücken kehrt, sehen wir schon seit Jahren. Investiert wird entweder gar nicht oder im Ausland,“ warnt Agenda Austria-Ökonom Jan Kluge.
Österreich zählt im europäischen Vergleich weiter zu den wirtschaftlichen Schlusslichtern. Während viele EU-Staaten ihr reales Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit 2019 deutlich steigern konnten, zeigt sich für Österreich im Zeitraum 2019 bis 2027 eine hartnäckige Stagnation.
Die Einnahmen aus den wichtigsten Steuern gehen in Österreich trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiterhin steil nach oben.
Wer sich im Winterurlaub in die langen Schlangen der Skilifte einreihen musste, konnte den Eindruck gewinnen, dass der österreichische Tourismus wieder so richtig brumme. Doch der Schein trügt.
die Bundesregierung hat vergangene Woche die Eckpunkte ihres Doppelbudgets 2027/2028 vorgestellt. Ursprünglich sollte ein Drittel der Budgetsanierung laut Regierung einnahmenseitig erfolgen, zwei Drittel ausgabenseitig.
Aktuell ringen die Koalitionsparteien um die Fixierung des Doppelbudgets für 2027/28. Nachdem die leicht erreichbaren Früchte bereits im letzten Budget geerntet wurden, wird es nun immer schwieriger, Kosten rauszunehmen.
Die Gesundheitsausgaben sind einer der großen Ausgabentreiber im österreichischen Staatshaushalt. Demografie, neue Entwicklungen, aber auch die hohe Nachfrage nach Gesundheitsleistungen im Land schrauben die Kosten immer höher.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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