Ganz Europa leidet unter einem Arbeitskräftemangel. So auch Österreich. Da klingt es zunächst einmal positiv, dass die Beschäftigung seit 2019 um 1,7 Prozent gestiegen ist. Dieser Beschäftigungszuwachs ist allerdings besonders stark von Teilzeitstellen getrieben, wie eine Auswertung der Agenda Austria zeigt.
So haben neue Teilzeitarbeitsverhältnisse bei Frauen 1,5 Prozentpunkte zu diesem Anstieg beigetragen und die Teilzeitbeschäftigung bei Männern 0,7 Prozentpunkte. Der Rückgang der Vollzeitbeschäftigung bei Frauen senkte das Beschäftigungsausmaß jedoch um 0,5 Prozentpunkte. Im EU-Schnitt ist der exakt gegenteilige Trend zu beobachten. Die Teilzeitbeschäftigung sinkt, die Vollzeitstellen steigen. Ein gutes Beispiel dafür ist Frankreich, wo der Aufbau neuer Vollzeitjobs die Beschäftigung um 3,9 Prozentpunkte gesteigert hat. Auch in Schweden war die Teilzeitbeschäftigung rückläufig und neue Vollzeitarbeitsplätze wurden geschaffen. „Die Wirtschaft ächzt derzeit unter einem Arbeitskräftemangel. Vollzeitarbeitsstellen muss der Staat durch eine Abgabensenkung wieder attraktiveren“, mahnt Agenda Austria-Ökonom Marcell Göttert.
Erwerbspersonen in Prozent der Bevölkerung, nach Alter, im Jahr 2024
Mit 62 in den Ruhestand, mit 65 kommt der Anreiz. Die von der Dreierkoalition eingeführte Aktivpension ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Anteil der 15- bis 29-Jährigen, die weder erwerbstätig noch in Aus- oder Weiterbildung sind, in Prozent
Lange stand Österreich hier deutlich besser da als der Rest der EU.
Vor zwanzig Jahren war nur jeder vierte Krankenstand in Österreich nach spätestens drei Tagen vorbei. Mittlerweile trifft das auf fast jeden zweiten Fall zu.
Die alte Bildungskarenz wurde dafür nicht repariert. Sie wurde eingestellt, ein neues Modell kam an ihre Stelle.
Über die letzten zehn Jahre ist Teilzeit immer beliebter geworden.
Entwicklung von Bruttolöhnen und Produktivität je geleisteter Arbeitsstunde von 2015-2026, in Österreich
Österreichs Löhne sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker gestiegen als die Produktivität. Seit 2015 haben sich die Bruttolöhne je geleisteter Arbeitsstunde um knapp 50 Prozent erhöht, wie unsere Grafik zeigt.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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