Im Schnitt arbeiten Österreicherinnen und Österreicher 39,1 Jahre ihres Lebens.
Die Niederlande kommen auf 44, Schweden auf 43,4, die Schweiz auf 42,8. Ein höheres Antrittsalter wäre auch für Österreich der richtige Weg.
Warum der Unterschied? Menschen leben heute deutlich länger als noch vor einigen Jahrzehnten, das gesetzliche Pensionsantrittsalter in Österreich aber bewegt sich kaum. Andere Länder mit stabilen Pensionssystemen haben diesen Zusammenhang längst anerkannt und das Antrittsalter an die Lebenserwartung gebunden. Es wächst automatisch mit, ohne dass jedes Mal eine politische Grundsatzdebatte nötig wird.
Damit das auch in Österreich langfristig funktioniert, braucht es zuerst eine spürbare Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters. Erst danach kann die automatische Kopplung an die Lebenserwartung greifen, die künftige Anpassungen dann tatsächlich nur noch in kleinen, kaum spürbaren Schritten nötig macht.
Genau diesen Mut braucht es jetzt von der Regierung: den nächsten Schritt zu setzen, auch wenn er kurzfristig auf Widerstand stößt. In ein paar Jahren wird niemand mehr darüber diskutieren, ob diese Reform notwendig war – sondern nur noch darüber, warum man damit so lange gewartet hat.
Methodik: Durchschnittliche Dauer des Arbeitslebens in absoluten Lebensjahren im Jahr 2025.
Quelle: Eurostat
Die Grafik zeigt die durchschnittliche Dauer des Erwerbslebens in Jahren für europäische Länder im Jahr 2025, basierend auf Daten von Eurostat. Die Werte reichen von 32,7 Jahren in Rumänien bis 44,0 Jahren in den Niederlanden. Österreich liegt bei 39,1 Jahren.
Die höchsten Werte finden sich in West- und Nordeuropa, etwa in den Niederlanden, Schweden, der Schweiz und Dänemark, die alle über 42 Jahre erreichen. Die niedrigsten Werte weisen vor allem Länder in Süd- und Südosteuropa auf, darunter Rumänien, Italien und Kroatien, die unter 34 Jahren liegen. Der Großteil der übrigen europäischen Länder bewegt sich im Bereich zwischen 35 und 40 Jahren.
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Vor allem linke Politiker erzählen gerne dasselbe Narrativ: Sobald die Babyboomer durchs Pensionssystem durch sind, gehe sich das schon wieder aus. Nur eine Delle, die vorbeizieht. Das stimmt aber leider nicht.
Die Pensionsreformen der frühen 2000er-Jahre wurden mit genau jenen Argumenten begründet, über die Österreich heute wieder diskutiert: steigende Lebenserwartung, ein zu niedriges faktisches Pensionsantrittsalter und die absehbare Pensionierungswelle der Babyboomer. Die Reformen wirkten: Rund anderthalb Jahrzehnte lang wuchsen die Beitragseinna
Pensionsausgaben je Person ab 65 Jahren, in tausend Euro Kaufkraftstandard
Österreich gibt mehr für jeden Pensionisten aus als jedes andere europäische Land.
Immer weniger Arbeitsstunden müssen die Pensionen von immer mehr Menschen finanzieren.
Pensionsneuzugänge 2025 nach erreichten Beitragsjahren, in Prozent
Kaum jemand kommt wirklich auf 45 Beitragsjahre.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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