Über die nächsten Jahre sollen die Staatseinnahmen kräftig steigen. Klar, das Doppelbudget wird die Konsolidierung, anders als behauptet, ja auch vor allem auf der Einnahmenseite bemühen.
Aber alleine zwei große Ausgabenblöcke werden die gesamten Zusatzeinnahmen des Bundes bis 2031 wieder auffressen: Pensionen und Finanzierungskosten.
Weil die Regierung sich an keine echte – und dringend nötige – Pensionsreform traut, wächst der Zuschuss zu den Pensionen weiter. Allein 2025 hat der Bund mehr als 33 Milliarden Euro in das Pensionsloch geschaufelt. 2031 kommen noch einmal knapp 10 Milliarden Euro jährlich dazu.
Die Finanzierungskosten steigen, weil günstige Altkredite durch neue mit höheren Zinsen refinanziert werden müssen. Das ist auch nötig, weil das Defizit weiter zu hoch ist und keine Schulden abgebaut werden können. Stattdessen werden neue aufgenommen; die Zinslast wächst also munter weiter. Ohne eine starke Kürzung der Staatsausgaben wird diese Dynamik sich fortsetzen: Allein bis 2031 steigen die jährlichen Ausgaben um 4,4 Milliarden Euro.
Zusammengenommen decken die beiden Posten also die kompletten Zusatzeinnahmen des Bundes – das Geld kann also nicht in Bildung, Verteidigung, Infrastruktur oder den Abbau der Staatsschulden gesteckt werden.
Österreich braucht eine echte ausgabenseitige Sanierung, eine Ausgabenbremse im Verfassungsrang und eine Pensionsreform, die den Namen verdient.
Quelle: Agenda Austria auf Basis von Daten des Budgetdiensts des Parlaments. Dargestellt ist die Veränderung der Einnahmen des Bundes sowie der Ausgaben für Pensionen und für Finanzierungskosten jeweils gegenüber dem Basisjahr 2025, in Milliarden Euro. Grundlage sind die Projektionen zum Bundesfinanzrahmen bis 2031.
Die Grafik zeigt in einem Balkendiagramm die Veränderung der Bundeseinnahmen sowie zweier ausgewählter Ausgabenpositionen gegenüber dem Jahr 2025, in Milliarden Euro. Die Mehreinnahmen des Bundes steigen von 0,5 Milliarden Euro im Jahr 2026 kontinuierlich auf 15,1 Milliarden Euro im Jahr 2031. Dem stehen wachsende Mehrausgaben gegenüber: Die zusätzlichen Ausgaben für Pensionen steigen von 1,4 Milliarden Euro (2026) auf 9,8 Milliarden Euro (2031), die zusätzlichen Finanzierungskosten von 2,1 Milliarden Euro (2026) auf 4,4 Milliarden Euro (2031). In den Jahren 2026 bis 2028 übersteigen die beiden Mehrausgabenposten die Mehreinnahmen; ab 2029 liegen die Mehreinnahmen darüber, werden aber weiterhin zum Großteil von den beiden Posten aufgezehrt.
Realer Preisanstieg für selbstgenutztes Wohneigentum, in Prozent, 2010 bis 2025.
Seit 2010 ist selbstgenutzter Wohnraum durchschnittlich um 21,3 Prozent (real) im Wert gestiegen.
Schätzung, in Euro, pro Wahlberechtigten
Österreich leistet sich im europäischen Vergleich die mit Abstand teuerste Parteienförderung.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Schuldenquote, im ersten Quartal 2026
Österreichs Schuldenstand hat den EU-Schnitt überholt. Wenn wir so weitermachen, werden wir auch bald zu den überdurchschnittlich hoch verschuldeten Euro-Ländern gehören.
Zahl der erstzugelassenen Studierenden an öffentlichen Universitäten in Österreich von 2003 bis 2025
In Österreich ist studieren praktisch kostenlos und für jeden zugänglich. Abgesehen vom überschaubaren Beitrag zur Hochschülervertretung von 26,20 Euro pro Semester tragen Studierende hierzulande so gut wie nichts zur Finanzierung ihrer Ausbildung bei.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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