Ob Österreichs Pensionssystem auf Dauer finanzierbar ist, ist politisch wild umstritten. Nun lässt eine neue Studie aufhorchen: Spätestens im Jahr 2040 wird es mit der Finanzierung eng, schreiben die Autoren des „Centre for Economic Policy Research“.
Dabei schießt der Staat bereits jetzt schon jährlich mehr als 25 Milliarden Euro zu. So groß ist das Pensionsloch zwischen Ein- und Auszahlungen. Bis 2026 werden in Summe 117 Milliarden Euro im Pensionssystem fehlen. Nur um die Größenordnung klarzustellen: Das ist mehr Geld, als die Corona-Krise den Staat in vier Jahren gekostet hat.
Die Schieflage im System wird sich noch weiter verschlimmern. Die Pensionen werden länger ausbezahlt, wir leben ja zum Glück alle länger. Zusätzlich rollt eine Welle der geburtenstarken Babyboomer-Pensionierungen auf das Budget zu. Als Konsequenz wird sich die Bevölkerungsstruktur stark verändern. So steigt die Anzahl der über 65-Jährigen in den nächsten 30 Jahren um etwa eine Million Personen an, während die Anzahl der Österreicher im erwerbsfähigen Alter von 20 bis 65 Jahren zugleich um 300.000 Personen schrumpfen wird.
Getan wird trotzdem nichts. Und das, obwohl wir Jahr für Jahr fast die gesamten Lohnsteuereinnahmen im Pensionsloch versenken. Statt endlich das Pensionssystem an die Lebenserwartung zu koppeln, wird das finanzielle Problem noch mit außertourlichen Pensionserhöhungen vergrößert. Die Pensionisten sind zu einer immer größeren politischen Machtbasis geworden. Um die Stimmen der Pensionisten wird teuer geworben, die jährliche Pensionserhöhung über das gesetzliche Ausmaß ist zu einem Normalfall geworden.
Und das sind schlechte Nachrichten. Vor allem zum Leidwesen der jüngeren Generationen wird es in Zukunft wohl noch schwieriger sein, die Finanzierung der Pensionen nachhaltig zu sichern. Zumindest das ist nicht umstritten.
Gastkommentar von Dénes Kucsera für die “Kleine Zeitung” (06.07.2023).
Die Bundesregierung hat ihr Doppelbudget für 2027 und 2028 vorgestellt. Verkauft wird es als Entlastungspaket für die Wirtschaft, als Reformpaket für den Sozialstaat, als Schritt in Richtung nachhaltiger Konsolidierung.
Die Aufregung ist groß, sobald Pensionen unter der Inflationsrate angepasst werden sollen. Schnell ist von „Kürzungen“ und „Belastungen“ für ältere Menschen die Rede.
In den 1970ern liefen in Poissy bei Paris eine halbe Million Autos pro Jahr vom Band. 27.000 Menschen arbeiteten dort. Heute sind es noch 1.600 – und bald wird kein einziges Auto mehr gebaut.
Die SPÖ kämpft leidenschaftlich für Steuern, die sie nicht durchsetzen kann. Dafür bekommt sie andere. Ein Lehrstück in politischer Verhandlungskunst.
Aktuell ringen die Koalitionsparteien um die Fixierung des Doppelbudgets für 2027/28. Nachdem die leicht erreichbaren Früchte bereits im letzten Budget geerntet wurden, wird es nun immer schwieriger, Kosten rauszunehmen.
„Das Umlagesystem heißt: Das Geld, das wir heute einzahlen, ist morgen schon wieder weg.“ – Hanno Lorenz
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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