Die Armut in Österreich sei besorgniserregend angestiegen. Die Haushaltseinkommen hätten sich zwar im Durchschnitt ebenfalls positiv entwickelt, aber trotzdem würden immer mehr Menschen zu wenig zum Leben haben.
So lautet zumindest das vermittelte mediale Bild zur neuen Armutsstatistik. Doch ein genauerer Blick lohnt sich: Nimmt die Ungleichheit wirklich zu? Sind tatsächlich rund 1,75 Millionen Österreicher arm?  Â
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Dass die Armutsgefährdungsquote angestiegen ist, ist durchaus richtig; der Anstieg ist allerdings gänzlich auf das im letzten Jahr starke Einkommenswachstum zurückzuführen. Die Gefährdungsschwelle, die bei 60 Prozent des durchschnittlichen Haushaltseinkommens liegt, ist in den letzten Jahren kräftig gestiegen. Allein im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent und damit erneut deutlich stärker als die Inflation im gleichen Zeitraum. Â
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Falsch ist aber, dass die Zahl all jener, deren Einkommensniveau unter der Grenze liegt, als „arm“ zu bezeichnen. Der bloße Blick auf das durchschnittliche Haushaltseinkommen ermöglicht keine zuverlässige Aussage darüber, wer „zu wenig hat“. Sieht man sich nämlich an, wie viele sich tatsächlich wichtige Grundstandards nicht oder zumindest nicht ausreichend leisten können, verpuffen die meisten der Negativschlagzeilen. Es ist nicht schönzureden, dass rund 260.000 Personen beziehungsweise 3 Prozent der Bevölkerung Probleme haben, ihre eigenen vier Wände warmzuhalten; sich durchgelatschte Schuhe durch ein neues Paar Sneaker zu ersetzen oder sich auch alle paar Wochen die Pizza beim Italiener schmecken zu lassen; von 1,5 Millionen Personen ist die Zahl aber erfreulicherweise weit entfernt. Und noch erfreulicher: Die Zahl der erheblich materiell und sozial Benachteiligter ist gesunken. Schade, dass die negativen Entwicklungen wieder einmal das mediale Ringen um den stark limitierten Platz gewonnen haben. Wahrlich besorgniserregend ist nicht der Anstieg der Armutsgefährdung, der nicht wirklich mehr als ein durchschnittlich höheres Einkommensniveau im Land widerspiegelt, sondern die seit Jahren verzerrte Darstellung von Kennzahlen in der Armuts- und Ungleichheitsdebatte.Â
Jede fünfte Person in Österreich soll arm sein – stimmt das wirklich?
Die Debatte über Armut in Österreich klingt oft dramatisch. Doch die Daten zeigen glücklicherweise ein anderes Bild: Während sich 12 bis 16 Prozent der Erwachsenen subjektiv als arm empfinden, liegt der Anteil jener, die tatsächlich auf grundlegende Dinge wie eine warme Wohnung oder unerwartete Ausgaben verzichten müssen, deutlich niedriger â
Öffentlich wird immer wieder suggeriert, dass Handelsabkommen die Armut verstärkt haben. Den Beweis dafür bleibt man jedoch meist schuldig.
Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. So lauten die gängigen Schlagzeilen. Die kürzlich veröffentlichten „Distributional Wealth Accounts“ der EZB, eine Datenbank, die Vermögensdaten endlich analysierbar macht, zeigen aber ein anderes Bild. Seit dem Jahr 2011 hat sich die Vermögensungleichheit in Österreich reduziert, w
Politische Erfolge zu überhöhen und unübersehbare Probleme kleinzureden hat in Österreich Tradition. Es ist höchste Zeit, damit zu brechen.
Wenn wir Armut bekämpfen wollen, dann sollten wir auch tatsächlich über Armut sprechen.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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