Mit der Paketabgabe verhöhnt die Regierung nicht nur die Bevölkerung. Jetzt beschwindelt sie sogar das Parlament.
Als wüssten wir nicht, wozu die Paketabgabe dienen soll. Weil die Regierung nicht sparen will, muss sie uns die paar Euro aus der Mehrwertsteuersenkung für ausgewählte Lebensmittel eben an anderer Stelle wieder aus der Tasche ziehen. Doch im Vorblatt, das Finanzminister Marterbauer mit dem Entwurf des Paketsteuergesetzes ans Parlament übermittelt hat, scheint ihm das irgendwie peinlich zu sein. Plötzlich diene das Gesetz ja eigentlich ganz anderen Zielen: Die Zunahme des elektronischen Handels habe „im Bereich des Umweltschutzes oder für den stationären Handel“ zu Problemen geführt; deshalb müsse die Zahl der Pakete runter. Nur „weiters“ gehe es übrigens auch um die Gegenfinanzierung der Mehrwertsteuersenkung.
Schade, dass man dann weiter hinten konstatieren muss, dass das Gesetz gar „keine wesentlichen Auswirkungen auf die Treibhausgasemissionen“ hat; vom stationären Handel ist dann gar keine Rede mehr. Man könnte hinzufügen, dass „weiters“ auch die Gegenfinanzierung der Mehrwertsteuersenkung nicht sichergestellt ist. Die kostet nämlich 400 Millionen Euro; die Paketabgabe bringt nur 280 Millionen. Und vom ursprünglichen Ziel, einkommensschwache Haushalte zu entlasten, ist man meilenweit entfernt. Für das untere Dezil wird durch die Mehrwertsteuersenkung eine monatliche Entlastung von 4,75 Euro pro Haushalt erwartet. Wenn dieser Haushalt also dreimal im Monat steuerpflichtige Pakete bei Amazon oder Temu bestellt, ist er schon im Minus. Ein Szenario, das der Regierung völlig bewusst ist; sie geht von 140 Millionen solcher Pakete pro Jahr aus; das wären etwa drei pro Haushalt und Monat.
Der Koalition fehlt es an Respekt vor der Bevölkerung. Und vor dem Hohen Haus. Dabei hatte sie einmal die Demokratie vor der FPÖ retten wollen. Noch so ein Ziel, das sie nicht erreichen dürfte.
(erstmals erschienen am 28.05.2026 in “Kleine Zeitung”)
Steuermehrbelastung durch fehlende Drittel-Kompensation der kalten Progression, in Milliarden Euro
Die kalte Progression ist zurück. Seit sie 2023 teilweise abgeschafft wurde - die Agenda Austria hatte jahrelang darauf gepocht - werden zwei Drittel der versteckten Steuererhöhung automatisch abgegolten. Über das letzte Drittel verfügt die Politik, bisher wurde auch dieses über Anpassungen von Tarifstufen und Absetzbeträgen sowie andere steu
Die Mehrwertsteuersenkung auf Grundnahrungsmittel ist von A bis Z ein Desaster. Mit einer Steuersenkung so viel politisches Porzellan zu zerschlagen, will gelernt sein.
Das Doppelbudget 2027/28 ist ein Desaster. Von Konsolidierung ist nichts zu merken. Die geplante Neuverschuldung erinnert an die schlimmsten Coronajahre. Spielt der Finanzminister ein doppeltes Spiel?
„Keine neuen Steuern!", haben ÖVP und Neos versprochen. Geliefert haben sie höhere Steuern, Paket- und Streamingabgabe sowie billige Ausreden.
Die Einnahmen aus den wichtigsten Steuern gehen in Österreich trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiterhin steil nach oben.
Europas Ziele werden immer größer, sein Wohlstand immer kleiner. Während die EU-Kommission große Reden schwingt, ziehen die USA unaufhaltsam davon.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
Lernen Sie uns kennenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Facebook. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie müssen den Inhalt von reCAPTCHA laden, um das Formular abzuschicken. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten mit Drittanbietern ausgetauscht werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Instagram. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von X. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr Informationen