Im Finanzministerium hatte man im ersten Halbjahr wieder gute Laune.
Die Lohnsteuer- und Umsatzsteuereinnahmen sind seit 2019 um rund 38 bzw. 39 Prozent gestiegen – deutlich mehr als die Inflation von 33,9 Prozent. Bei jedem Einkauf und jeder Arbeitsstunde zahlen wir also ordentlich für den Staat drauf.
Und die Unternehmen? Oft heißt es, sie würden sich die Taschen vollstopfen. Die Einnahmen aus der Körperschaftsteuer stiegen seit 2019 nur um 13,9 Prozent, real ist das sogar ein Gewinnrückgang. Während es dem Staat also von Jahr zu Jahr besser geht, schwindet die wertschöpfende Basis im Land zunehmend.
Deutlich mehr eingenommen hat der Staat dagegen bei der Kapitalertragsteuer, plus 109,8 Prozent – befeuert von der guten Kursentwicklung des letzten Jahres. Schade nur, dass davon in Österreich noch immer viel zu wenige profitieren.
Der Staat hat kein Einnahmenproblem. Was fehlt, ist die Bereitschaft, endlich auf der Ausgabenseite zu kürzen.
Die Grafik zeigt die Einnahmen aus Umsatzsteuer, Lohnsteuer, Körperschaftsteuer und Kapitalertragsteuer jeweils für Jänner bis Juni der Jahre 2019, 2022, 2025 und 2026 in Milliarden Euro, sowie die prozentuale Veränderung zwischen 2019 und 2026 je Steuerart.
Steuermehrbelastung durch fehlende Drittel-Kompensation der kalten Progression, in Milliarden Euro
Die kalte Progression ist zurück. Seit sie 2023 teilweise abgeschafft wurde - die Agenda Austria hatte jahrelang darauf gepocht - werden zwei Drittel der versteckten Steuererhöhung automatisch abgegolten. Über das letzte Drittel verfügt die Politik, bisher wurde auch dieses über Anpassungen von Tarifstufen und Absetzbeträgen sowie andere steu
Die Einnahmen aus den wichtigsten Steuern gehen in Österreich trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiterhin steil nach oben.
die Bundesregierung hat vergangene Woche die Eckpunkte ihres Doppelbudgets 2027/2028 vorgestellt. Ursprünglich sollte ein Drittel der Budgetsanierung laut Regierung einnahmenseitig erfolgen, zwei Drittel ausgabenseitig.
Würde Österreich so besteuern wie Dänemark, könnten einem durchschnittlichen Arbeitnehmer jeden Monat mehr als 500 Euro mehr am Konto bleiben.
Wer braucht schon Milliardäre? Nichts bringen sie unserem Land, diese Ausbeuter! Vermögens- und Erbschaftssteuer jetzt, und rot-weiß-rot wird zu rot-rot-rot und betritt die Utopie.
Was für Autofahrer ein Schock ist, ist für den Staat ein gutes Geschäft. Fließt ein Liter Super für 1,70 Euro in den Tank, gehen etwa 48,2 Cent Mineralölsteuer, rund 12,5 Cent CO₂-Abgabe und rund 28 Cent Mehrwertsteuer an den Staat.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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