Eine schwächelnde Industrie hat ihren Preis. Das macht sich besonders schmerzhaft für Lehrstellensuchende bemerkbar.
Laut AMS suchen fast 5.000 Jugendliche eine Lehrstelle im Bereich Industrie und Gewerbe, doch es gibt nur rund 2.300 offene Stellen. „Während deutlich mehr junge Erwachsene eine Ausbildungsstätte suchen als noch im Vorjahr, ist das Angebot zurückgegangen”, sagt Ökonomin Carmen Treml.
Kein Wunder, denn die Industrie leidet vor allem unter zu hohen Arbeitskosten, die ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Die Agenda Austria warnt bereits seit einiger Zeit vor den Schwierigkeiten für den Standort. „Jetzt zeigt sich das schmerzlich an den offenen Stellen: Während man 2023 nach Lehrlingen suchte, gibt es jetzt ein deutliches Mismatch“, so Treml weiter. Bereits 2024 gab es einen Mangel von rund 800 Stellen, dieses Jahr hat sich die Zahl verdreifacht.
Eine Senkung der Arbeitskosten müsste hohe politische Priorität haben. Arbeitnehmern bliebe mehr Netto im Börsel, während Arbeitgeber entlastet würden. Nur mit einer wachsenden Wirtschaft gibt es schlussendlich mehr Jobs für die motivierten jungen Erwachsenen.
Durchschnittlich geleistete Arbeitsstunden je Angestellten, in Stunden pro Jahr.
Nach einem jahrzehntelangen Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszeit ist sie 2025 wieder auf 1.374 Stunden pro Jahr geklettert - von einem (durch Corona verstärkten) Tief von 1.320 Stunden im Jahr 2020.
Zahl der Unternehmen unter den Top-100 (nach Marktkapitalisierung zum jeweiligen Jahresende) zwischen 2008 und 2026 in den USA, Europa und Asien-Pazifik
Europa verliert im globalen Wettbewerb um die größten Unternehmen zunehmend an Boden. Während die Zahl nordamerikanischer und asiatischer Konzerne unter den 100 wertvollsten Unternehmen der Welt steigt, ist Europas Anteil seit Jahren rückläufig.
Österreich im unteren Drittel: Nur knapp drei von zehn Erwachsenen vertrauen der eigenen Regierung – weniger als in den meisten EU-Ländern.
Vertrauen muss man sich verdienen. Die aktuellen OECD-Zahlen zeigen, dass genau daran die Politik in Österreich scheitert: Nur 21 Prozent der Bevölkerung vertrauen den politischen Parteien, und nicht einmal ein Drittel der Bundesregierung. Länder wie die Schweiz oder Luxemburg erreichen hingegen Vertrauenswerte von mehr als 50 Prozent.
Natürlich ist Österreich kein Billiglohnland. Doch wenn uns die Löhne selbst im Verhältnis zu unseren deutschen Konkurrenten davonlaufen, dann ist das ein Problem. Deutschland hat Anfang der 2000er Jahre umfangreiche Arbeitsmarktreformen durchgeführt und sich dadurch einen permanenten Wettbewerbsvorteil gegenüber Österreich erarbeitet. Doch
Nach den Erfahrungen mit den hohen Energiepreisen im Zuge der Russlandkrise denkt die Regierung über neue Markteingriffe nach. Eine kürzlich erschienene Einschätzung der Bundeswettbewerbsbehörde kommt allerdings zu dem Urteil, dass der Staat nicht die Lösung, sondern das Problem am heimischen Energiemarkt ist.
In den letzten Jahren hat man in Wien zwar kräftig Beamte abgebaut, doch die Zahl der Vertragsbediensteten hat sich seit 2008 mehr als verdoppelt, wie eine Auswertung der Agenda Austria zeigt.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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