Bis 2050 wird es in Österreich rund eine Million mehr Menschen über 65 geben als noch 2021.
Gleichzeitig sinkt die Zahl der 20- bis 65-Jährigen um gut 200.000. Damit kommen auf immer weniger Erwerbstätige immer mehr Pensionsbezieher.
Die Folgen zeigen sich im Budget. Heuer schießt der Staat 34,1 Milliarden Euro zu den Pensionen zu, bis 2030 sollen es laut unserer Prognose bereits 41 Milliarden Euro sein. Schon jetzt ist das der größte Ausgabenposten des Staates.
„Die Lebenserwartung steigt, die geburtenstarken Jahrgänge gehen in Pension. Der Druck wird weiter steigen“, sagt unser Ökonom Dénes Kucsera. Die Niederlande und Dänemark passen das gesetzliche Antrittsalter bereits an die Lebenserwartung an. Ohne einen ähnlichen Schritt lässt sich die Entwicklung in Österreich kaum bremsen.
Quelle: Agenda Austria, Statistik Austria.
Dargestellt ist die prognostizierte Veränderung der Personenzahl in drei Altersgruppen gegenüber dem Ausgangsjahr 2021, in absoluten Zahlen, für den Zeitraum 2021 bis 2100. Grundlage ist die Bevölkerungsprognose der Statistik Austria, sämtliche Werte ab 2021 sind damit Prognosewerte. Die Gruppen unter 20 Jahre, 20 bis 65 Jahre und über 50 Jahre überschneiden sich bei den 50- bis 65-Jährigen, diese zählen sowohl zur Gruppe der über 50-Jährigen als auch zu jener der 20- bis 65-Jährigen, die drei Linien addieren sich daher nicht zur Gesamtbevölkerungsveränderung.
Die Grafik zeigt in einem Liniendiagramm die prognostizierte Veränderung der Personenzahl in drei Altersgruppen gegenüber dem Jahr 2021, von 2021 bis 2100. Die Gruppe der über 50-Jährigen wächst von 2021 bis 2050 stark, von 0 auf rund 930.000, danach verlangsamt sich der Anstieg, bis 2100 werden rund 1,27 Millionen mehr Menschen dieser Gruppe erreicht. Die Gruppe der 20- bis 65-Jährigen sinkt zunächst, erreicht um das Jahr 2060 mit rund minus 400.000 ihren Tiefpunkt und erholt sich danach bis auf rund minus 150.000 im Jahr 2100. Die Gruppe der unter 20-Jährigen sinkt bis rund 2030 leicht auf etwa minus 55.000, überschreitet um das Jahr 2039 wieder die Nulllinie und wächst bis 2100 auf rund 225.000.
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Die alte Bildungskarenz wurde dafür nicht repariert. Sie wurde eingestellt, ein neues Modell kam an ihre Stelle.
Vor allem linke Politiker erzählen gerne dasselbe Narrativ: Sobald die Babyboomer durchs Pensionssystem durch sind, gehe sich das schon wieder aus. Nur eine Delle, die vorbeizieht. Das stimmt aber leider nicht.
Entwicklung der Sozialausgaben, in Prozent des BIP
Die Sozialquote ist zur Hälfte eine Pensionsquote.
Sozialleistungsausgaben, in Prozent des BIP
Jeder dritte Euro, der in Österreich erwirtschaftet wird, fließt mittlerweile in Sozialleistungsausgaben.
In weiten Teilen der Sozialdemokratie wächst die Überzeugung, die Höchstbeitragsgrundlage bei den Krankenkassen zu streichen. Die Idee hinter dem sperrigen Begriff: Wer mehr verdient, muss keine zusätzlichen Sozialversicherungsbeiträge bezahlen.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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