Österreichs Löhne sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker gestiegen als die Produktivität. Seit 2015 haben sich die Bruttolöhne je geleisteter Arbeitsstunde um knapp 50 Prozent erhöht, wie unsere Grafik zeigt.
Die Produktivität ist im selben Zeitraum hingegen nur um 5,8 Prozent gestiegen. Wäre die Lohnentwicklung streng nach der Benya-Formel berechnet worden, läge die Entlohnung unter dem tatsächlichen Anstieg der Bruttolöhne.
So erfreulich es für die Arbeitnehmer ist, dass sie mehr verdienen, so problematisch ist es, wenn die Löhne dauerhaft schneller steigen als der Wert dessen, was die Beschäftigten erwirtschaften. Dann steigen die Kosten der Unternehmen, ohne dass entsprechend mehr Leistung dahintersteht. Die Folge sind höhere Lohnstückkosten, weniger Wettbewerbsfähigkeit und letztlich weniger Spielraum für zusätzliche Beschäftigung und Investitionen.
Besonders bemerkenswert ist der Abstand in den vergangenen Jahren: Während die Löhne weiter kräftig zulegten, tritt die Produktivität seit 2022 praktisch auf der Stelle. Die Botschaft ist laut Ökonom Hanno Lorenz ziemlich simpel: „Löhne können nicht dauerhaft schneller steigen als die Produktivität, tun sie es doch, verlieren wir immer mehr an Wettbewerbsfähigkeit. Die beste Sozialpolitik ist eine gute Standortpolitik.“
Quelle: Agenda Austria, Statistik Austria
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Bruttolöhne, der Produktivität sowie der rechnerischen Lohnentwicklung nach der Benya-Formel je geleisteter Arbeitsstunde in Österreich. Dargestellt ist der Zeitraum von 2015 bis 2026, wobei das Jahr 2015 als Ausgangswert 100 festgelegt wurde.
Seit 2015 steigen die Bruttolöhne deutlich an und erreichen zuletzt einen Indexwert von knapp 150. Die anhand der Benya-Formel berechnete Entwicklung verläuft ebenfalls aufwärts, liegt am Ende des dargestellten Zeitraums jedoch unter jener der tatsächlichen Bruttolöhne. Die Produktivität erhöht sich im gesamten Zeitraum vergleichsweise gering und liegt zuletzt bei einem Indexwert von 105,77. Die Daten werden rollierend über vier Quartale dargestellt. Als Quellen dienen Berechnungen der Agenda Austria und Daten von Statistik Austria.
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Zinssätze in Österreich, in Prozent
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Pensionsjahre insgesamt und in guter Gesundheit, 1978 und heute, in Jahren
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