Glaubt man der stark aufgestockten PR-Abteilung der Bundesregierung, dann geht es Österreich prächtig.
Nach nur einem Jahr Dreierkoalition haben sich alle Sorgen in Luft aufgelöst. Die Teuerung liegt bei zwei Prozent, sogar die längste Rezession der zweiten Republik ist passé. Leider ist nicht alles, was glänzt, auch Gold. Ausschlaggebend für die niedrige Teuerung ist, dass der Inflationsauftrieb durch die weggefallene Strompreisbremse heuer statistisch nicht mehr ins Gewicht fällt. Und die niedrigere Neuverschuldung ist auf eine günstigere Finanzierung und höhere Steuern und Abgaben zurückzuführen.
Aber wie sieht es mit dem Aufschwung aus, den die Regierung bei jeder Gelegenheit betont. Von dem konjunkturellen Kursfeuerwerk, das die Regierung gern herbeiredet, sind wir leider weit entfernt, wie unsere Grafik zeigt. Müsste man auf einem Globus kleine Nadeln in alle Länder stecken, die sich wachstumstechnisch bis 2030 noch schlechter entwickeln als wir, bräuchte man nur sehr, sehr wenige kleine Nadeln.
Der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht uns beim durchschnittlichen Wirtschaftswachstum bis 2030 auf einem ernüchternden 182. Platz (von 189). Direkt hinter Russland. Knapp vor Deutschland und Äquatorialguinea; nur sieben Plätze vor dem „Failed State“ Haiti. „Die Regierung sollte aufpassen, dass sie nicht zu sehr durch die rosarote Brille schaut, sondern endlich wichtige Reformen vorantreibt“, meint Ökonom Hanno Lorenz. „Wir haben noch ein Jahr bis zu den nächsten größeren Wahlen in Österreich. Wenn wir dieses Zeitfenster nicht endlich nutzen, um einen soliden Staatshaushalt und die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Wirtschaft wiederherzustellen, wird sich an den Aussichten bis 2030 wenigen verbessern“.
Durchschnittliche Anzahl der Einwohner pro Bezugsperson von Mindestsicherung oder Sozialhilfe, im Jahr 2024
Österreichweit beziehen mehr als 200.000 Menschen Mindestsicherung. Wenig überraschend: In Wien ist die Dichte mit Abstand am höchsten.
Veränderung der Bundeseinnahmen sowie ausgewählter Ausgabenpositionen gegenüber 2025, in Milliarden
Über die nächsten Jahre sollen die Staatseinnahmen kräftig steigen. Klar, das Doppelbudget wird die Konsolidierung, anders als behauptet, ja auch vor allem auf der Einnahmenseite bemühen.
Steuermehrbelastung durch fehlende Drittel-Kompensation der kalten Progression, in Milliarden Euro
Die kalte Progression ist zurück. Seit sie 2023 teilweise abgeschafft wurde - die Agenda Austria hatte jahrelang darauf gepocht - werden zwei Drittel der versteckten Steuererhöhung automatisch abgegolten. Über das letzte Drittel verfügt die Politik, bisher wurde auch dieses über Anpassungen von Tarifstufen und Absetzbeträgen sowie andere steu
Österreich im unteren Drittel: Nur knapp drei von zehn Erwachsenen vertrauen der eigenen Regierung – weniger als in den meisten EU-Ländern.
Vertrauen muss man sich verdienen. Die aktuellen OECD-Zahlen zeigen, dass genau daran die Politik in Österreich scheitert: Nur 21 Prozent der Bevölkerung vertrauen den politischen Parteien, und nicht einmal ein Drittel der Bundesregierung. Länder wie die Schweiz oder Luxemburg erreichen hingegen Vertrauenswerte von mehr als 50 Prozent.
Prognose des Bruttofinanzierungsbedarfs im Jahr 2036, in Prozent des BIP
Die Warnsignale für Österreichs Staatsfinanzen verdichten sich.
Anzahl der erstzugelassenen Studenten im jeweiligen Studienjahr
An Österreichs öffentlichen Universitäten hat sich das Verhältnis gedreht: Seit dem Studienjahr 2021/22 werden mehr ausländische als österreichische Studierende erstzugelassen – und der Abstand wächst jedes Jahr.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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