Viele studieren Geisteswissenschaften und Künste, obwohl die Einstiegsgehälter niedriger sind und der Weg in den ersten Job im Schnitt überdurchschnittlich lange dauert.
Das ist kein Werturteil über einzelne Fachbereiche. „Natürlich sollte man sein Studium nicht nur nach der Höhe des zu erwartenden Gehalts ausrichten. Es ist aber schon entscheidend, sich Gedanken zu machen, ob man später auch einen Job finden wird und ob die Gehaltsaussichten den Vorstellungen entsprechen”, sagt Agenda-Austria-Ökonomin Carmen Treml.
Wenn sich nämlich besonders viele für Studienrichtungen mit vergleichsweise geringen Arbeitsmarktchancen entscheiden, betrifft das nicht nur die Studierenden selbst, sondern auch den Steuerzahler.
Auffällig ist, dass Informatik-Absolventen derzeit besonders schnell ins Berufsleben einsteigen. Das spricht für eine hohe Nachfrage, doch speziell auf der Software-Seite sind KI-bedingte Disruptionen zu erwarten.
Die Studienwahl ist eine persönliche Entscheidung. Die Rahmenbedingungen setzt jedoch die Politik. Und die sollte transparent machen, wo die Chancen gut stehen und wo nicht. “Wer jahrelang nur aus reinem Interesse und zur Beschäftigungstherapie studiert, sollte sich im Sinne der Allgemeinheit irgendwann fragen, ob das fair ist”, so Treml weiter.
Österreich zählt im europäischen Vergleich weiter zu den wirtschaftlichen Schlusslichtern. Während viele EU-Staaten ihr reales Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit 2019 deutlich steigern konnten, zeigt sich für Österreich im Zeitraum 2019 bis 2027 eine hartnäckige Stagnation.
Durch die gesellschaftliche Debatte wird oft der Eindruck vermittelt, dass die Wohnkosten für immer mehr Menschen untragbar werden. Die Daten zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild.
Die Einnahmen aus den wichtigsten Steuern gehen in Österreich trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiterhin steil nach oben.
Die österreichische Staatsquote ist traditionell sogar noch höher als die argentinische.
Argentinien spart, Österreich tut nur so.
In keinem anderen EU-Land diesseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs gehört ein so hoher Anteil der Wirtschaft der öffentlichen Hand wie in Österreich.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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