Die Verschuldung in Österreich steigt und steigt. Vor einem Jahrzehnt lagen die Schulden noch bei rund 34.000 Euro pro Kopf, heute sind es österreichweit bereits deutlich über 45.000 Euro.
Die staatliche Pro-Kopf-Verschuldung ist demnach in etwa gleichauf mit dem durchschnittlichen Jahreseinkommen eines unselbständig Beschäftigten. Im Jahr 2024 lag das Durchschnittseinkommen bei mehr als 43.000 Euro. Wie hoch die Schulden pro Kopf für jedes Bundesland im Detail sind, zeigt unsere Grafik.
Am höchsten lagen die Staatsschulden im Jahr 2025 in der Steiermark mit rund 47.650 Euro pro Kopf, am niedrigsten in Tirol und Oberösterreich. Einzig in Salzburg konnte die Verschuldung in Ländern und Gemeinden gegenüber 2015 gesenkt werden. Österreich fehlt es nicht an Einnahmen. Was fehlt, ist jegliche Ausgabendisziplin und das Bewusstsein, dass sich Schulden nicht von selbst zurückzahlen. Für Ökonomin Carmen Treml ist daher klar: „Wir brauchen endlich eine strikte Ausgabenbremse wie in Schweden oder in der Schweiz. Freiwillig, ohne konsequente Regeln, wird kein Politiker, kein Ressort, keine Institution den Ausgabendrang zügeln.“ Zwar macht der Bund weiterhin den Großteil der neuen Schulden aus, die Dynamik bei Ländern und Gemeinden ist dennoch beunruhigend. „Die Schweiz zeigt, dass mit mehr Einnahmenverantwortung auch die finanzielle Disziplin in den regionalen Gebietskörperschaften zunimmt“, resümiert Treml.
Wird diesmal tatsächlich ausgabenseitig konsolidiert? Nein. Die Ausgaben steigen weiter fröhlich an.
Das Doppelbudget 2027/28 sollte Österreich eigentlich wieder auf einen stabilen Budgetpfad bringen. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Dass der Staat seine Budgetprobleme primär auf der Ausgabenseite lösen muss, liegt auf der Hand.
Die Diskussion rund um die Kürzungen der Universitätsbudgets ab 2028 sorgt derzeit für große Aufregung. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass das aktuelle Budget für die Jahre 2025 bis 2027 bereits deutlich erhöht wurde.
Österreich zählt im europäischen Vergleich weiter zu den wirtschaftlichen Schlusslichtern. Während viele EU-Staaten ihr reales Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit 2019 deutlich steigern konnten, zeigt sich für Österreich im Zeitraum 2019 bis 2027 eine hartnäckige Stagnation.
Die Einnahmen aus den wichtigsten Steuern gehen in Österreich trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiterhin steil nach oben.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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