Die Pensionsreformen der frühen 2000er-Jahre wurden mit genau jenen Argumenten begründet, über die Österreich heute wieder diskutiert: steigende Lebenserwartung, ein zu niedriges faktisches Pensionsantrittsalter und die absehbare Pensionierungswelle der Babyboomer.
Die Reformen wirkten: Rund anderthalb Jahrzehnte lang wuchsen die Beitragseinnahmen schneller als der Pensionszuschuss. Seit etwa 2018 ist diese Reformdividende jedoch aufgebraucht. Seither steigt der Bundeszuschuss zur Pensionen deutlich schneller als die Beiträge.
Heute stehen wir bei der Entwicklung wieder ungefähr dort, wo Österreich 2003 stand. In der Prognose verschärft sich die Entwicklung weiter:
Die Reformen konnten die Dynamik also bremsen, aber das strukturelle Problem nicht lösen. Das System selbst wurde nicht grundlegend verändert.
Der Unterschied zu damals ist entscheidend: Die Babyboomer gehen jetzt tatsächlich in Pension – und damit wird die demografische Belastung unmittelbar spürbar. Gleichzeitig liegt das faktische Pensionsantrittsalter heute deutlich höher als damals, also eine zusätzliche oder ähnliche Steigerung ist deutlich schwieriger. Anfang der 2000er lag es bei rund 58 Jahren, heute bei rund 61 Jahren – also etwa drei Jahre höher.
Agenda Austria, Statistik Austria, Alterssicherungskommission, WIFO
Dargestellt sind Pensionszuschuss und Einnahmen aus Pensionsversicherungsbeiträgen, indexiert auf 2003 = 100. Der Pensionszuschuss entspricht der Differenz zwischen den Pensionsausgaben und den Einnahmen aus Pensionsversicherungsbeiträgen. Ab 2026 werden Prognosewerte dargestellt.
Das Liniendiagramm zeigt die Entwicklung von Pensionsversicherungsbeiträgen und Zuschuss zur Pension in Österreich von 2003 bis 2030, indexiert auf 2003 = 100; die Werte ab 2026 sind eine Prognose. Die PV-Beiträge wachsen bis etwa 2018 deutlich schneller als der Zuschuss zur Pension. Danach dreht sich das Bild: Der Zuschuss holt auf und trifft die Beiträge um das Jahr 2024 bei einem Indexwert von rund 260. Bis 2030 liegt der Zuschuss zur Pension mit einem Wert von rund 305 über den PV-Beiträgen, die auf rund 285 steigen.
Niemand sollte sich wundern, dass es in Österreich steigenden Wohnungsmangel gibt.
Durchschnittliche Ausgaben pro Schüler nach Bildungsstufe, im Jahr 2023, in Euro (KKP)
Österreich gibt pro Kind in der frühen Bildung rund 16.000 Euro aus.
Anteil außerordentlicher Schüler in der ersten Schulstufe nach Staatsbürgerschaft, 2019/20 bis 2024/25
Fast jedes vierte Kind beginnt die Volksschule als außerordentlicher Schüler, weil es dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann.
Anteil der 15- bis 24-Jährigen, die weder in Ausbildung noch erwerbstätig sind, nach Herkunft, im Jahr 2025
Was in der Schule nicht aufgeholt wird, setzt sich am Arbeitsmarkt und später im Sozialsystem fort.
Index (2015 = 100), je geleisteter Arbeitsstunde, bis 2026.
Die Löhne sind seit 2019 kräftig gestiegen - auch wenn man die starke Inflation berücksichtigt.
Durchschnittliche monatliche Haushaltsausgaben nach Ausgabengruppen, 2019/20 und 2024/25
Der gesamte Konsum der Haushalte verändert sich seit Jahren real kaum - ein Symptom der wirtschaftlichen Stagnation, die wir in Österreich seit 2019 erleben.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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