Österreich gibt mehr für jeden Pensionisten aus als jedes andere europäische Land.
Nun könnte man meinen, der Grund dafür wäre Österreichs großer Wohlstand – als eines der reichsten Länder können wir uns eben auch großzügige Pensionen leisten
Doch wie unsere Grafik zeigt, gibt Österreich nicht nur am meisten aus, sondern liegt auch noch weit oberhalb des Pensionsniveaus, das unserem Lebensstandard entsprechen würde.
Die strichlierte Linie zeigt, wie viel ein Land bei einem gegebenen Lebensstandard normalerweise für seine Pensionisten ausgibt: Je höher der Lebensstandard, desto höher fallen auch die Pensionen aus. Länder auf der Linie geben also genau so viel aus, wie es ihr Wohlstand erwarten lässt.
Österreich aber liegt weit darüber. Pro Person über 65 fließen bei uns rund 10.000 Euro mehr in die Pensionen, als unser Lebensstandard nahelegt – kein anderes Land weicht so stark nach oben ab.
Diesen Luxus werden wir uns auf Dauer nicht leisten können. Die wichtigste Maßnahme deshalb: das Pensionsantrittsalter muss an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden.
Quellen: Agenda Austria, Eurostat (Staatsausgaben nach Aufgabenbereichen), Eurostat (Kaufkraftparitäten und Realausgaben).
Dargestellt sind die Ausgaben für Alter und Hinterbliebene im Jahr 2024, umgerechnet je Einwohner ab 65 Jahren und in Kaufkraftstandards, gegenübergestellt dem Lebensstandard des jeweiligen Landes. Der Lebensstandard wird über den Aktualverbrauch je Kopf gemessen, ebenfalls kaufkraftbereinigt, mit dem Durchschnitt der EU-27 als 100. Die strichlierte Linie ist eine Regressionsgerade über alle dargestellten Länder: Sie gibt an, welche Pensionsausgaben ein Land bei gegebenem Lebensstandard im Durchschnitt aufweist. Der senkrechte Abstand eines Punktes zu dieser Linie ist die Abweichung vom erwarteten Wert; für Österreich beträgt sie 9,7 Tausend Euro. Enthalten sind 26 Staaten. Luxemburg ist nicht dargestellt, weil ein großer Teil seiner Pensionen an Grenzgänger fließt, die im Ausland wohnen — die Umrechnung je Einwohner ab 65 Jahren wäre dadurch verzerrt.
Die Grafik zeigt in einem Streudiagramm die Pensionsausgaben je Person ab 65 Jahren in tausend Euro Kaufkraftstandard für 26 EU-Staaten im Jahr 2024. Auf der waagrechten Achse steht der Lebensstandard, gemessen am Konsum je Kopf mit dem Durchschnitt der EU-27 als 100. Die strichlierte Linie gibt an, welche Pensionsausgaben ein Land bei gegebenem Lebensstandard im Durchschnitt aufweist; Länder auf der Linie geben so viel aus, wie ihr Lebensstandard erwarten lässt. Österreich ist hervorgehoben und liegt bei einem Lebensstandard von rund 112 bei etwa 37,4 Tausend Euro, der senkrechte Strich markiert den Abstand von 9,7 Tausend Euro zur Linie. Belgien folgt bei ähnlichem Lebensstandard mit rund 30,4 Tausend Euro, dahinter Frankreich (26,8), die Niederlande (26,7), Italien (26,6), Deutschland (26,1), Schweden (26,0), Finnland (25,1) und Dänemark (24,5). Am unteren Ende liegen Lettland mit rund 10,8 und Estland mit rund 11,3 Tausend Euro.
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Zinssätze in Österreich, in Prozent
Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
Pensionsjahre insgesamt und in guter Gesundheit, 1978 und heute, in Jahren
Wer 1978 in Österreich seinen 65. Geburtstag feierte, hatte im Schnitt knapp 14,5 Jahre Pension vor sich, knapp vier Jahre davon in guter oder sehr guter Gesundheit.
Wirtschaftsklassen. mit den größten Beschäftigtenveränderungen zwischen April 2025 und April 2026
Wen überrascht es: Das stärkste Jobwachstum gibt es im staatlichen Bereich.
Vor allem linke Politiker erzählen gerne dasselbe Narrativ: Sobald die Babyboomer durchs Pensionssystem durch sind, gehe sich das schon wieder aus. Nur eine Delle, die vorbeizieht. Das stimmt aber leider nicht.
Die Pensionsreformen der frühen 2000er-Jahre wurden mit genau jenen Argumenten begründet, über die Österreich heute wieder diskutiert: steigende Lebenserwartung, ein zu niedriges faktisches Pensionsantrittsalter und die absehbare Pensionierungswelle der Babyboomer. Die Reformen wirkten: Rund anderthalb Jahrzehnte lang wuchsen die Beitragseinna
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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