In Österreich wird derzeit intensiv nach den Schuldigen für die hohen Preissteigerungen gesucht. Nach dem Energiesektor, den Vermietern und den Gaststätten sind nun die Lebensmittelhändler ins Visier der Politik geraten. Die Lebensmittelpreise in Österreich waren im März auch um fast 15 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Für viele Haushalte wird das langsam zum Problem.
Im europäischen Vergleich schneidet Österreich mit diesen Preisanstiegen aber noch gut ab, wie eine Auswertung der Agenda Austria zeigt. EU-weit kosten Lebensmittel inzwischen fast 20 Prozent mehr. Und nicht überall stützen die Regierungen die Haushaltseinkommen so fleißig wie bei uns.
Sozialminister Johannes Rauch will die Anbieter dennoch zu sich ins Ministerium bitten. Doch das Ganze dürfte genauso eine Luftnummer werden wie die Spritpreiskommission. „Wenn die Lebensmittelpreise in Österreich viel stärker steigen würden als in vergleichbaren Ländern, dann müsste man sich schon fragen, ob da etwas nicht stimmt“, so Agenda Austria-Ökonom Jan Kluge. Doch derzeit dürfte der Handel vor allem gestiegene Weltmarktpreise weitergeben. „Sollte dabei gelegentlich ein Körberlgeld drin sein, hilft nur eins: Mehr Wettbewerb.“ Die Bundeswettbewerbsbehörde schaut sich den Sektor allerdings ohnehin gerade an.
Energiekrisenmaßnahmen, kumuliert bis inklusive 2025, in Milliarden Euro
Fast 17 Milliarden Euro hat der österreichische Staat seit 2022 ausgegeben, um die Folgen der Energiekrise abzufedern. Allein im Jahr 2022 waren es 8,3 Milliarden.
Erwerbspersonen in Prozent der Bevölkerung, nach Alter, im Jahr 2024
Mit 62 in den Ruhestand, mit 65 kommt der Anreiz. Die von der Dreierkoalition eingeführte Aktivpension ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Zinssätze in Österreich, in Prozent
Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
Pensionsjahre insgesamt und in guter Gesundheit, 1978 und heute, in Jahren
Wer 1978 in Österreich seinen 65. Geburtstag feierte, hatte im Schnitt knapp 14,5 Jahre Pension vor sich, knapp vier Jahre davon in guter oder sehr guter Gesundheit.
Sechs Prozentpunkte teurer als der Euroraum – trotz jahrelanger Preisbremsen.
Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Preiseingriffen versucht, die Teuerung zu dämpfen. Von Preisbremsen bis hin zu Eingriffen in einzelne Märkte.
Entwicklung von Bruttolöhnen und Produktivität je geleisteter Arbeitsstunde von 2015-2026, in Österreich
Österreichs Löhne sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker gestiegen als die Produktivität. Seit 2015 haben sich die Bruttolöhne je geleisteter Arbeitsstunde um knapp 50 Prozent erhöht, wie unsere Grafik zeigt.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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