Die Verrenkungen, die die Regierung unternehmen muss, um uns um ein paar Cent zu entlasten, werden immer abenteuerlicher.
Die wegen des jüngsten Spritpreisanstiegs zu viel eingenommene Umsatzsteuer wird nun über die Mineralölsteuer zurückgegeben; für die Margenbeschränkung war sogar eine Verfassungsmehrheit nötig. Alles für ein paar Cent weniger an der Zapfsäule. Dabei sind die aktuellen Spritpreise zwar ärgerlich, aber kaufkraftbereinigt nicht gerade ein nationaler Notstand, wie unsere Grafik zeigt. Selbst wenn man zu den aktuellen Preisen am Osterwochenende wieder 10 Cent aufschlagen würde, muss ein Erwerbstätiger mit mittlerem Nettoverdienst für einen Liter Benzin rund sechs Minuten arbeiten; genau wie im Schnitt der letzten drei Jahrzehnte. Selbst für Diesel muss man nicht länger arbeiten als im Jahr 2012.
Es fühlt sich an, als wäre es erst gestern gewesen, als fossile Kraftstoffe manchen gar nicht teuer genug sein konnten. Jetzt meckern sogar die Grünen über die aus ihrer Sicht zu laxe Spritpreisbremse. Klimabewusstsein muss eben im Zweifel hinter dem Hass auf die Konzerne zurückstehen. So oder so: Wir dürfen gespannt sein, welche Asse die Regierung noch aus dem Ärmel ziehen will, wenn demnächst auch Gas und Strom wieder teurer werden. „Die Regierung hätte ihr Pulver nicht jetzt schon verschießen sollen. Sie wird ihren finanziellen Spielraum noch brauchen, um bedürftige Haushalte über den Winter 2026/27 zu bringen“, meint Ökonom Jan Kluge.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Schuldenquote, im ersten Quartal 2026
Österreichs Schuldenstand hat den EU-Schnitt überholt. Wenn wir so weitermachen, werden wir auch bald zu den überdurchschnittlich hoch verschuldeten Euro-Ländern gehören.
Zahl der erstzugelassenen Studierenden an öffentlichen Universitäten in Österreich von 2003 bis 2025
In Österreich ist studieren praktisch kostenlos und für jeden zugänglich. Abgesehen vom überschaubaren Beitrag zur Hochschülervertretung von 26,20 Euro pro Semester tragen Studierende hierzulande so gut wie nichts zur Finanzierung ihrer Ausbildung bei.
Eine neue Auswertung zeigt, wie sich die Rechtfertigung für Industriepolitik in den USA, China und der EU seit 2009 verschoben hat – und die Richtung ist eindeutig.
Baubewilligungen für neue Wohnungen, bis 1. Quartal 2026
Private Haushalte bauen traditionell größer als gewerbliche oder gemeinnützige Bauträger. Logisch - der Häuslbauer baut eher ein ‘Häusl’ als eine einzelne Wohnung; eine ganze Wohnanlage wird wiederum wohl sehr selten von einer Privatperson gebaut.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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