Billiges Geld ist Geschichte. Die Zinswende macht es für die Unternehmen und privaten Haushalte schwieriger, Investitionsprojekte zu finanzieren.
Ein Jahrzehnt lang bekam der Staat Geld praktisch geschenkt, zeitweise wurde er sogar für das Schuldenmachen bezahlt. So lag die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen zwischen 2019 und 2022 zeitweise unter null. Seit der EZB-Zinswende und der daraus folgenden Anhebung der Leitzinsen im Juli 2022 ist damit Schluss. Der Bund zahlt heute 3,3 Prozent, Unternehmen 3,7 Prozent für neue Kredite, Häuslbauer 3,5 Prozent. Nach dem Rückgang im Vorjahr zeigen alle drei Kurven zuletzt wieder nach oben, wie unsere Grafik zeigt.
Neben der mangelnden Wirtschaftsleistung des Privatsektors durch die fehlenden Investitionen wird zunehmend auch die Staatsverschuldung zum Problem. „Umso wichtiger ist es nun, dass die österreichische Regierung die Ausgabenseite des Staatshaushalts konsolidiert. Es braucht eine konsequente Ausgabendisziplin: eine Ausgabenbremse mit Verfassungsrang, eine Koppelung des Pensionsalters an die Lebenserwartung und einen Kahlschlag im wuchernden Förderwesen”, sagt unser Ökonom Friedrich Bähr.
Quellen: Agenda Austria EZB
Die Grafik zeigt Monatswerte von drei Zinsreihen der Europäischen Zentralbank für Österreich, jeweils in Prozent pro Jahr. Die Kreditzinsen sind die durchschnittlichen Finanzierungskosten für neu vergebene Kredite an Unternehmen und für Wohnbaukredite an private Haushalte, über alle Laufzeiten gewichtet. Der Staatszins ist die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen am Sekundärmarkt.
Liniendiagramm mit drei Zinsreihen für Österreich von 2010 bis 2026, in Prozent. 2010 lag die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen bei rund 3,7 Prozent, die Kreditzinsen für Unternehmen bei rund 2,1 Prozent und die Wohnbaukredite bei rund 2,9 Prozent. Bis 2021 sanken alle drei auf ihre Tiefstwerte: die Staatsanleihenrendite auf rund -0,5 Prozent, die Kreditzinsen für Unternehmen und die Wohnbaukredite auf jeweils rund 1,2 Prozent. Nach der EZB-Zinswende im Juli 2022 stiegen alle drei Kurven stark an und erreichten 2023/24 ihre Höchstwerte: Unternehmenskredite bei rund 5,2 Prozent, Wohnbaukredite bei rund 4,2 Prozent, Staatsanleihenrendite bei rund 3,5 Prozent. Aktuell liegen die Werte bei 3,7 Prozent (Unternehmenskredite), 3,5 Prozent (Wohnbaukredite) und 3,3 Prozent (Staatsanleihen).
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
2.800 Euro pro Kopf. So viel zahlt jeder Erwerbstätige in Österreich 2029 allein an Zinsen für die Staatsschulden. Insgesamt wird der Staat 2029 12,6 Milliarden Euro an Zinsen zahlen.
Pensionsjahre insgesamt und in guter Gesundheit, 1978 und heute, in Jahren
Wer 1978 in Österreich seinen 65. Geburtstag feierte, hatte im Schnitt knapp 14,5 Jahre Pension vor sich, knapp vier Jahre davon in guter oder sehr guter Gesundheit.
Wirtschaftsklassen. mit den größten Beschäftigtenveränderungen zwischen April 2025 und April 2026
Wen überrascht es: Das stärkste Jobwachstum gibt es im staatlichen Bereich.
reale Unternehmensinvestitionen, Index (2019 = 100)
Die Pandemie ist lange vorbei, die heimische Investitionsschwäche nicht. Real investieren Österreichs Unternehmen heuer um sechs Prozent weniger als 2019. In den USA liegen die Investitionen um 26 Prozent über dem Vorkrisenniveau, in Italien um 29 Prozent, im Vereinigten Königreich um 11 Prozent. Selbst die EU hat den Rückstand aufgeholt. Schw
PISA-Punkte 2025, Mittel aus Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften
Zugewanderte Schüler schneiden bei PISA 2025 in Österreich im Schnitt um 58 Punkte schlechter ab als ihre österreichischen Mitschüler. Umgerechnet in österreichische Lernjahre sind das 2,5 Schuljahre Rückstand.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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