Die Wirtschaftsprognose der Europäischen Kommission sorgt kurz vor dem Jahreswechsel bei der Regierung für Euphorie: Die Krise ist hinter uns, wir befinden uns schon mitten im Aufschwung.
Ein Blick in die Fakten zeigt ein anderes Bild. Die vergangenen Jahre waren zweifellos herausfordernd: Corona-Pandemie und eine Energiekrise, die sich rasch zu einem starken Inflationstreiber entwickelte. Doch diese Belastungen trafen nicht nur Österreich. Eine Analyse der Agenda Austria zeigt, dass fast alle übrigen EU-Staaten insgesamt besser durch die wirtschaftlich turbulenten Jahre gekommen sind als Österreich. Erst im Jahr 2027 wird der inflationsbereinigte Wohlstand pro Kopf voraussichtlich wieder leicht über dem letzten Vorkrisenjahr (2019) liegen.
Aktuellen Prognosen zufolge wird das reale BIP pro Kopf gegen Ende dieses Jahres noch immer um 1,1 Prozentpunkte unter dem Niveau von 2019 liegen. Schlechter erging es der Bevölkerung innerhalb der EU nur in Deutschland, Finnland, Estland und Luxemburg, während etwa Dänemark oder Slowenien kräftig zulegen konnten. Selbst die Einwohner der einstigen Krisenländer Griechenland, Portugal, Italien und Spanien sind heute wohlhabender als vor der Krise. Die heimische Politik habe sich jahrelang dafür gefeiert, in jeder Krise die größten Hilfspakete Europas aufzulegen, meint Agenda-Austria-Direktor Franz Schellhorn. Erfolg habe diese Strategie keinen gebracht: „Durch das Verteilen von Geld entsteht kein Wohlstand, das kostet Wohlstand.“ Die Rechnung dafür bekämen nun die Bürger präsentiert – mit einer im westeuropäischen Vergleich besonders hohen Inflation und einem weiter ausufernden Staatsdefizit. „Was heuer bleibt, ist eine nüchterne 5-4-0-Formel: knapp 5 Prozent Defizit, 4 Prozent Inflation und kein reales Wachstum. Verantwortungsvolle Politik würde daraus Konsequenzen ziehen und den Kurs grundlegend ändern. Davon ist nur leider nichts zu sehen“, so Schellhorn.
Steuer auf Kursgewinne im OECD-Vergleich
Wer heute 10.000 Euro in Aktien anlegt und sie 30 Jahre liegen lässt, zahlt in Österreich bei einer jährlichen Rendite von sechs Prozent am Ende rund 13.000 Euro Steuer auf den Kursgewinn. In neun OECD-Ländern wären es null Euro.
Beiträge zur Gesamtinflation, in Prozentpunkten, bis September 2026
Wenn es um die Inflation geht, schauen alle auf die Spritpreise. Diesel und Heizöl haben die Inflation im September auf 3,6 Prozent getrieben.
Niemand sollte sich wundern, dass es in Österreich steigenden Wohnungsmangel gibt.
Einkommen österreichischer Pensionisten im EU-Vergleich mit Erwerbstätigen
Irgendwann schlage die Mathematik die Ideologie, sagte AMS-Chef Johannes Kopf zuletzt in der ORF-„Pressestunde“ und sprach sich für ein höheres Pensionsantrittsalter aus.
Durchschnittliche Ausgaben pro Schüler nach Bildungsstufe, im Jahr 2023, in Euro (KKP)
Österreich gibt pro Kind in der frühen Bildung rund 16.000 Euro aus.
Anteil außerordentlicher Schüler in der ersten Schulstufe nach Staatsbürgerschaft, 2019/20 bis 2024/25
Fast jedes vierte Kind beginnt die Volksschule als außerordentlicher Schüler, weil es dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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