Für den Staat zu arbeiten, lohnt sich. Während die Beamten mit über 82.000 Euro brutto im Jahr weiterhin den höchsten Durchschnittslohn beziehen, legten die Vertragsbediensteten seit 2007 am stärksten zu (fast 89 Prozent).
Der Staat hat längst die Lohnführerschaft übernommen. Das ist gefährlich, weil wir damit Druck auf die Privatwirtschaft erzeugen, die sich dann nach und nach aus den Märkten preist. Das gefährdet unseren Wohlstand und letztlich auch jenen der öffentlich Bediensteten, deren Löhne ja in der Privatwirtschaft verdient werden müssen.
In der Privatwirtschaft können die Löhne nur steigen, wenn die Produktivität es zulässt. Dieser Zusammenhang fehlt im Staatssektor völlig. Das heißt aber nicht, dass die Personalkosten der öffentlichen Hand dauerhaft schneller wachsen können als die wirtschaftliche Basis, aus der sie finanzieren werden müssen. Jeder Lohnabschluss erhöht zudem die langfristigen Verpflichtungen der öffentlichen Hand bei den späteren Pensionen. „Diese Dynamik belastet das Budget dauerhaft“, sagt Agenda Austria-Ökonom Dénes Kucsera. Die Diskussion über neue Steuern ist vor diesem Hintergrund fehl am Platz, weil Österreich bereits zu den Hochsteuerländern Europas zählt. Kucsera: „Nur wenn die Balance zwischen öffentlichem Dienst und Privatwirtschaft gewahrt bleibt, bleibt der Standort attraktiv, sind Innovationen möglich und der Wohlstand ist gesichert“.
Österreich zählt im europäischen Vergleich weiter zu den wirtschaftlichen Schlusslichtern. Während viele EU-Staaten ihr reales Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit 2019 deutlich steigern konnten, zeigt sich für Österreich im Zeitraum 2019 bis 2027 eine hartnäckige Stagnation.
Die Einnahmen aus den wichtigsten Steuern gehen in Österreich trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten weiterhin steil nach oben.
Die österreichische Staatsquote ist traditionell sogar noch höher als die argentinische.
Argentinien spart, Österreich tut nur so.
In keinem anderen EU-Land diesseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs gehört ein so hoher Anteil der Wirtschaft der öffentlichen Hand wie in Österreich.
Österreich und Argentinien liegen bei der Staatsschuldenquote gleichauf.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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