Unselbstständig Erwerbstätige haben in Österreich finanziell wenig Spielraum, weil der Staat einen Großteil ihrer Einkommen durch Steuern und Abgaben abstaubt.
Laut Statistik Austria gehört man ab rund ab 57.000 Euro brutto pro Jahr zum einkommensstärksten Viertel der Arbeitnehmer. Unsere Berechnungen zeigen, dass diese Gruppe der Arbeitnehmer bereits für mehr als drei Viertel der von Arbeitnehmern gezahlten Lohnsteuer aufkommt. Wer rund 82.000 Euro brutto verdient, zählt zu den Top-10-Prozent. Diese leisten mehr als die Hälfte der von Arbeitnehmern gezahlten Lohnsteuer.
Österreich zählt schon heute zu den EU-Ländern mit der höchsten Steuer- und Abgabenlast, dennoch reden wir dauernd über zusätzliche Steuereinnahmen. „Wir haben kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. Neue Steuern sind der falsche Weg. Nötig ist eine spürbare Senkung bestehender Abgaben, vor allem auf Arbeit“, sagt Ökonom Dénes Kucsera. Nur so haben die Menschen die Möglichkeit, sich selbst Vermögen aufzubauen. Voraussetzung dafür sei allerdings, dass die Regierung endlich die ausufernden Staatsausgaben unter Kontrolle bringt. Das ist die Voraussetzung für eine flächendeckende Entlastung: „Seit Jahren werden fast ausschließlich niedrige Einkommen entlastet, mit dem Ergebnis, dass Teilzeit immer attraktiver wird.“ Gerade mittlere Einkommen würden im aktuellen System am stärksten belastet, hier steige die Abgabenquote besonders steil an. „Das ist leistungsfeindlich und kurzsichtig“, so Kucsera.
Wird diesmal tatsächlich ausgabenseitig konsolidiert? Nein. Die Ausgaben steigen weiter fröhlich an.
Das Doppelbudget 2027/28 sollte Österreich eigentlich wieder auf einen stabilen Budgetpfad bringen. Die Wirklichkeit sieht anders aus.
Dass der Staat seine Budgetprobleme primär auf der Ausgabenseite lösen muss, liegt auf der Hand.
Die Diskussion rund um die Kürzungen der Universitätsbudgets ab 2028 sorgt derzeit für große Aufregung. Dabei wird jedoch oft übersehen, dass das aktuelle Budget für die Jahre 2025 bis 2027 bereits deutlich erhöht wurde.
Österreich zählt im europäischen Vergleich weiter zu den wirtschaftlichen Schlusslichtern. Während viele EU-Staaten ihr reales Bruttoinlandsprodukt pro Kopf seit 2019 deutlich steigern konnten, zeigt sich für Österreich im Zeitraum 2019 bis 2027 eine hartnäckige Stagnation.
Durch die gesellschaftliche Debatte wird oft der Eindruck vermittelt, dass die Wohnkosten für immer mehr Menschen untragbar werden. Die Daten zeichnen jedoch ein differenzierteres Bild.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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