Die Zahl der Baubewilligungen für neue Wohnungen in Österreich ist seit der Zinswende 2023 massiv zurückgegangen. Wo zuvor regelmäßig mehr als 15.000 Wohnungen pro Quartal genehmigt wurden, sind es zuletzt oft unter 10.000. Der Rückgang ist damit der stärkste seit über einem Jahrzehnt.
Die stark gestiegenen Finanzierungskosten und unsicheren Baupreise haben viele Projekte bereits ausgebremst. Die nun geplante Mietpreisbremse kommt als weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu: Sie erschwert die Kalkulation zusätzlich und verschärft die Zurückhaltung bei Investoren. In einem ohnehin angespannten Umfeld wirken solche Eingriffe wie ein zusätzlicher Bremsklotz für den Neubau.
Und das hat Folgen: Was heute nicht bewilligt wird, wird morgen nicht gebaut – und fehlt übermorgen. Der aktuelle Einbruch bei den Baubewilligungen ist also ein Frühindikator für künftigen Wohnungsmangel. Während die Nachfrage nach Wohnraum weiter steigt, sinkt das Angebot – mit absehbaren Konsequenzen für die Mietpreise.
Ohne stabile Rahmenbedingungen und verlässliche Eigentums- und Renditeperspektiven droht Österreich in den kommenden Jahren ein strukturelles Wohnungsdefizit.
Warum Österreichs Wohnbau ins Stocken gerät, analysiert Agenda Austria in der Publikation „Wie Österreich seit 1917 seinen Wohnungsmarkt systematisch ruiniert.“
Durchschnittliche monatliche Haushaltsausgaben nach Ausgabengruppen, 2019/20 und 2024/25
Der gesamte Konsum der Haushalte verändert sich seit Jahren real kaum - ein Symptom der wirtschaftlichen Stagnation, die wir in Österreich seit 2019 erleben.
Realer Preisanstieg für selbstgenutztes Wohneigentum, in Prozent, 2010 bis 2025.
Seit 2010 ist selbstgenutzter Wohnraum durchschnittlich um 21,3 Prozent (real) im Wert gestiegen.
Baubewilligungen für neue Wohnungen, bis 1. Quartal 2026
Private Haushalte bauen traditionell größer als gewerbliche oder gemeinnützige Bauträger. Logisch - der Häuslbauer baut eher ein ‘Häusl’ als eine einzelne Wohnung; eine ganze Wohnanlage wird wiederum wohl sehr selten von einer Privatperson gebaut.
Eine Frage muss sich die Bundesregierung stellen: Wer soll in Zukunft bauen, wenn der Anreiz für den privaten Wohnbau durch die Mietpreisbremse genommen wird?
Die Mietunterschiede zwischen gefördertem und freiem Wohnbau klaffen in Österreich inzwischen deutlich auseinander. Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen sind im Schnitt rund 30 Prozent günstiger als vergleichbare Objekte am freien Markt, Richtwert- und Kategoriemieten immerhin um etwa 13 Prozent.
Nein – zumindest nicht bei den Bestandsmieten. In Österreich sind die meisten Mietverträge an den Verbraucherpreisindex (VPI) gekoppelt. Diese Wertsicherungsklauseln sorgen dafür, dass sich die Mieten parallel zur Inflation entwickeln – aber sie können ihr nicht davonlaufen. Selbst im freien Mietmarkt passen sich Bestandsmieten in aller Reg
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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