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Grafik der Woche

Vize-Ausgabenkaiser Österreich

Die Krisen der vergangenen Jahre haben in ganz Europa die Staatsausgaben nach oben getrieben. Nur sind sie in fast allen Ländern wieder in Richtung Vorkrisenniveau gesunken. Nicht so in Österreich.

Säulendiagramm mit dem Titel „Österreich braucht am längsten aus der Krise“. Nach der Finanzkrise und der Pandemie braucht Österreich von allen Vergleichsländern am längsten, bis das reale BIP pro Kopf seinen bisherigen Höchststand wieder erreicht, in der Rezession 2023/24 ist es noch nicht erholt. Finanzkrise: Österreich 36 Quartale, Euroraum 32, USA 21, Schweiz 20, Schweden 15, Deutschland 12. Pandemie: Österreich 13, Deutschland 9, Euroraum 8, Schweiz 7, Schweden 6, USA 5. Rezession 2023/24: Österreich nach 16 und Deutschland nach 17 Quartalen noch nicht erholt, Schweiz 10, Schweden 9, Euroraum 8, USA 0.
Arbeit & Wohlstand

Letzte Krise oder schon die nächste?

Quartale, bis das reale BIP pro Kopf seinen bisherigen Höchststand wieder erreicht

Österreich ist außergewöhnlich schlecht darin, sich von Krisen zu erholen. Die große Finanzkrise, die Pandemie und die aktuelle Rezession: andere europäische Staaten erreichen ihr wirtschaftliches Vorkrisenniveau viel schneller.

Geldanlage

Wer mehr verdient und mehr weiß, investiert öfter in Wertpapiere

57 Prozent der Menschen mit hohem Haushaltseinkommen und hoher Finanzkompetenz haben im vergangenen Jahr in Wertpapiere investiert. Bei Menschen mit niedrigem Einkommen und geringer Finanzkompetenz waren es nur 14 Prozent.

Soziales

Nicht jedes weitere Kind kostet gleich viel wie das erste

Monatlicher Sozialhilfesatz je Kind nach Zahl der Kinder im Haushalt, in Euro

Ein Schritt in die richtige Richtung – aber mit begrenzter Wirkung.

Kreisdiagramm zum Finanzvermögen der Österreicher im 2. Quartal 2026: 35,5 Prozent liegen als Bargeld und Einlagen, in Aktien, Investmentfonds und Anleihen stecken zusammen 23,8 Prozent. Die Anteile im Einzelnen: Bargeld und Einlagen 35,5 Prozent, Unternehmensbeteiligungen 24,0, Versicherungen und kapitalgedeckte Pensionsansprüche 15,0, Investmentfonds 12,9, börsennotierte Aktien 6,3, Anleihen 4,6, Sonstiges 1,7 Prozent. Quelle: Agenda Austria, OeNB.
Arbeit & Wohlstand

Falschparker: Die Österreicher sparen nicht (richtig)

Zusammensetzung des Geldvermögens der privaten Haushalte in Österreich, 2. Quartal 2026

Über 35 Prozent des privaten Finanzvermögens der Österreicher liegen als Bargeld unter den Kopfkissen oder als Einlagen auf den Bankkonten und Sparbüchern.

Liniendiagramm mit dem Titel „Euro-Länder deutlich höher verschuldet“. Die Staatsschulden der Euro-Länder liegen zwischen 2000 und 2025 durchgehend weit über jenen der EU-Staaten ohne Euro: 2025 bei 93,4 Prozent des BIP gegenüber 54,6 Prozent. Die Euro-Länder steigen von rund 69 Prozent im Jahr 2000 auf einen Höchstwert von etwa 104 Prozent 2020, die Länder ohne Euro von rund 37 auf etwa 53 Prozent.
Sonstiges

Der Euro ist unschuldig. Fast.

Staatsschulden (brutto) in Prozent des BIP, Euro-Länder und EU-Staaten ohne Euro, 2000 bis 2025

Die Euro-Länder haben deutlich höhere Schulden als die EU-Staaten ohne gemeinsame Währung. Daran ist der Euro nicht schuld - aber besser gemacht hat er es auch nicht.

Sozialstaat

Arbeitslosigkeit: Österreich fällt von Platz 1 auf Platz 15

Rang Österreichs unter den EU-27 bei der Arbeitslosenquote (1 = niedrigste Quote); grau: Quote in Prozent

Vor nicht allzu langer Zeit war Österreich bei der Arbeitslosigkeit die Nummer eins in der EU. 2011 hatte kein Land eine niedrigere Quote als wir. Heute reicht es nur noch für Platz 15.

Sozialstaat

Österreich ist Europaspitze – zumindest beim Geldausgeben

Kaufkraftbereinigte pro-Kopf Staatsausgaben im Jahr 2025

Österreich ist Europaspitze – zumindest beim Geldausgeben. Mit über 30.700 Euro pro Kopf zählt Österreich zu den Ländern mit den höchsten Staatsausgaben Europas. Kaufkraftbereinigt geben nur Luxemburg und Norwegen noch mehr aus.

Säulendiagramm mit dem Titel ‚Uni-Budget steigt erstmals nicht‘. Für 2028 bis 2030 sind 16,0 Milliarden Euro vorgesehen – 15,5 Milliarden laut Finanzrahmen plus 0,5 Milliarden aus der Einigung vom 17.10.2026 –, nach 16,1 Milliarden in der Periode 2025 bis 2027. Die Universitäten hatten 18,0 Milliarden gefordert. Davor stieg das Budget pro Dreijahreszeitraum stetig: 7,0 Milliarden (2007 bis 2009), 8,2, 9,1, 9,7, 11,0 und 13,2 Milliarden Euro (2022 bis 2024, davon 0,9 Milliarden Teuerungsmaßnahmen). Quelle: Universitätsberichte, Medienberichte.
Bildung

Warum die Unis nicht in Finanznot sind

Entwicklung der Hochschulbudgets, in Milliarden Euro pro Dreijahreszeitraum

Die Unis beschweren sich über ihr Budget, die Studenten gehen auf die Straße. Dabei sind die Hochschulen ja gar nicht so schlecht ausgestiegen. Gefordert hatten sie 18 Milliarden, budgetiert wurden ursprünglich 15,5; statt bisher 16,1 Milliarden Euro kriegen sie im nächsten Finanzierungszeitraum nun … 16 Milliarden Euro.

Balkendiagramm mit dem Titel ‚Österreichs Wachstum floss großteils in Altersausgaben’. In Österreich flossen von 2008 bis 2024 78,6 Prozent des realen BIP-Zuwachses pro Kopf in staatliche Altersausgaben. Das ist der höchste Wert unter 23 EU-Ländern. Es folgen Spanien mit 60,6 und Italien mit 47,7 Prozent, dann Belgien 33,8, Frankreich 27,2, Portugal 21,7 und Zypern 18,9. Die übrigen Länder liegen zwischen 17,0 (Lettland) und 9,0 Prozent (Litauen), darunter Deutschland mit 14,6. Am Ende stehen Ungarn 5,8, Malta 3,9 und Irland 0,6 Prozent. Quelle: Agenda Austria, Eurostat.
Armut & Verteilung

Österreich wächst praktisch nur noch für die Alten.

Anteil des realen BIP-Zuwachses pro Kopf, der in Altersausgaben des Staates floss, 2008 bis 2024, in Prozent

Seit 2008 ist das reale BIP pro Kopf in Österreich um gut 4 % gewachsen, die realen staatlichen Altersausgaben pro Kopf um fast 30 %. Von jedem zusätzlichen Euro Wirtschaftsleistung pro Kopf gingen damit rechnerisch 79 Cent in höhere Pensionen, Pflege und andere Altersleistungen.

Säulendiagramm zur Wachstumsprognose des IWF: Mit durchschnittlich knapp 0,9 Prozent realem BIP-Wachstum pro Jahr von 2026 bis 2031 liegt Österreich auf Rang 183 von 189 Ländern, knapp hinter Deutschland (Rang 182). Dahinter folgen nur noch Italien, Japan, Iran und Haiti mit rund 0,3 Prozent. An der Spitze liegt Suriname mit gut 14 Prozent, vor Äthiopien mit rund 8 und Indien mit rund 7 Prozent. China kommt auf knapp 4, die USA auf rund 2, die Schweiz auf rund 1,5 Prozent. Quelle: IWF.
Konjunktur & Wachstum

Wachstumsprognose: Österreich auf Rang 183

Durchschnittliches reales BIP-Wachstum 2026 bis 2031, in Prozent

Die neue Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds ist für Österreich verheerend. Bis 2031 werden von 189 Ländern 182 schneller wachsen als wir.

Pensionen

Schlusslicht beim Pensionssystem

Teilindex Nachhaltigkeit im Global Pension Index 2026, Punkte (0 bis 100), Auswahl europäischer Länder

Österreich hat das am wenigsten nachhaltige Pensionssystem der Welt.

Wohnen

Der teure Traum vom Eigenheim

Stundenlöhne, Arbeitsproduktivität, Lohnstück- und Materialkosten im Bausektor, Index 1995 = 100

Eine junge Familie, zwei Kinder, beide Eltern berufstätig. Sie wollen eine Wohnung kaufen, 90 Quadratmeter, drei Zimmer, nichts Besonderes. Dann sehen sie die Inserate.

Gestapeltes Balkendiagramm mit dem Titel „Halbe Republik hängt am Staatstropf“. Es zeigt für fünf Länder, wie viele Pensionisten, öffentlich Bedienstete und Sozialleistungsempfänger auf einen Erwerbstätigen in der Privatwirtschaft kommen. Frankreich liegt bei 1,40, Österreich bei 1,02, Italien bei 0,97, Spanien bei 0,96 und Deutschland bei 0,89. Eine gestrichelte Linie markiert den Wert 1,0. Nur Frankreich und Österreich liegen darüber.
Grafik der Woche

Die Mehrheit lebt jetzt vom Staat

Pensionisten, öffentlich Bedienstete und Sozialleistungsbezieher je Erwerbstätigem in der Privatwirtschaft

Österreich hat die Schallmauer durchbrochen.

Geldanlage

Wer in Österreich spart, zahlt drauf

Steuer auf Kursgewinne im OECD-Vergleich

Wer heute 10.000 Euro in Aktien anlegt und sie 30 Jahre liegen lässt, zahlt in Österreich bei einer jährlichen Rendite von sechs Prozent am Ende rund 13.000 Euro Steuer auf den Kursgewinn. In neun OECD-Ländern wären es null Euro.

Inflation

Die Inflation ist am Lodern

Beiträge zur Gesamtinflation, in Prozentpunkten, bis September 2026

Wenn es um die Inflation geht, schauen alle auf die Spritpreise. Diesel und Heizöl haben die Inflation im September auf 3,6 Prozent getrieben.

Säulendiagramm „Wo Vermietung die höchste Rendite erzielt“ zur Mietrendite in Europa. Österreich liegt mit einer Bruttorendite von 3,3 Prozent auf dem drittletzten Platz von 31 Ländern, nur Luxemburg mit knapp 3,3 und die Schweiz mit rund 2,9 Prozent liegen darunter. An der Spitze stehen Irland mit rund 7,6, die Ukraine mit 7,5, das Vereinigte Königreich mit 7,3 und Lettland mit 7,2 Prozent. Deutschland und Tschechien kommen auf rund 3,4 Prozent, die meisten übrigen Länder liegen zwischen 4 und 6 Prozent. Quelle: Global Property Guide.
Wirtschaft & Standort

Lohnt es sich noch, zu vermieten?

Niemand sollte sich wundern, dass es in Österreich steigenden Wohnungsmangel gibt.

Grafik der Woche

Nur in vier EU-Ländern haben Erwerbstätige mehr als Österreichs Pensionisten

Einkommen österreichischer Pensionisten im EU-Vergleich mit Erwerbstätigen

Irgendwann schlage die Mathematik die Ideologie, sagte AMS-Chef Johannes Kopf zuletzt in der ORF-„Pressestunde“ und sprach sich für ein höheres Pensionsantrittsalter aus.

Tabelle mit Balken: Österreich liegt bei den Bildungsausgaben pro Schüler in der Primar- und Sekundarstufe auf Platz zwei von 21 EU-Staaten, in der frühkindlichen Bildung nur auf Platz sechs. Werte für 2023 in Euro (Kaufkraftparitäten), je Vollzeitäquivalent: Österreich gibt 15.988 Euro für frühkindliche Bildung, 16.482 für die Primarstufe, 19.380 für die Sekundarstufe und 15.989 für die Tertiärstufe aus. In der frühkindlichen Bildung liegen Luxemburg (28.584), Finnland (20.987), Dänemark (18.491), Schweden (17.935) und Deutschland (17.554) vor Österreich, am wenigsten gibt Irland aus (7.681). Luxemburg führt in allen vier Stufen. Quelle: Agenda Austria, OECD, WKO.
Bildung

Bildungsausgaben pro Schüler falsch verteilt

Durchschnittliche Ausgaben pro Schüler nach Bildungsstufe, im Jahr 2023, in Euro (KKP)

Österreich gibt pro Kind in der frühen Bildung rund 16.000 Euro aus.

Punktdiagramm: Der Anteil außerordentlicher Schüler in der ersten Schulstufe steigt von 16,3 Prozent im Schuljahr 2019/20 auf 22,9 Prozent im Schuljahr 2024/25 – fast jedes vierte Kind beginnt die Schule ohne ausreichende Deutschkenntnisse. Bei Schulanfängern mit ausländischer Staatsbürgerschaft steigt der Anteil von 53,4 auf 65,9 Prozent, bei jenen mit österreichischer Staatsbürgerschaft von 7,0 auf 8,7 Prozent. Quelle: Agenda Austria, Statistik Austria.
Bildung

Immer mehr außerordentliche Schüler

Anteil außerordentlicher Schüler in der ersten Schulstufe nach Staatsbürgerschaft, 2019/20 bis 2024/25

Fast jedes vierte Kind beginnt die Volksschule als außerordentlicher Schüler, weil es dem Unterricht sprachlich nicht folgen kann.

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