Österreich zählt zu den Ländern mit den höchsten Arbeitskosten weltweit. Laut einer Agenda Austria-Berechnung anhand aktueller OECD-Daten belaufen sich die durchschnittlichen Kosten pro Arbeitnehmer auf fast 80.000 Euro im Jahr.
Das ist mehr als in Deutschland, Norwegen oder den Niederlanden. Nur wenige Länder wie die Schweiz oder Luxemburg liegen noch darüber. Zum Vergleich: Österreich belegt Platz vier unter den OECD-Staaten, das ist ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Jahr 2022, als wir noch auf Platz sieben zu finden waren.
Das macht Beschäftigung in Österreich zunehmend unattraktiv. Während in süd- und osteuropäischen Staaten deutlich günstiger gearbeitet werden kann, verschärft sich hierzulande der Standortnachteil. Vor allem arbeitsintensive Branchen wie der Tourismus, aber auch die Industrie leiden zunehmend unter den hohen Kosten. „Wir können die Löhne nicht mehr um die Inflation erhöhen, schon gar nicht bei sinkender Produktivität. Wir sollten es so machen wie die Schweden: Die exportorientierte Industrie sollte die Benchmark sein, nicht die Teuerung oder der Staatssektor, sonst schießen wir uns aus allen Märkten“, warnt Agenda Austria-Direktor Franz Schellhorn.
Index (2015 = 100), je geleisteter Arbeitsstunde, bis 2026.
Die Löhne sind seit 2019 kräftig gestiegen - auch wenn man die starke Inflation berücksichtigt.
Wirtschaftsklassen. mit den größten Beschäftigtenveränderungen zwischen April 2025 und April 2026
Wen überrascht es: Das stärkste Jobwachstum gibt es im staatlichen Bereich.
Sechs Prozentpunkte teurer als der Euroraum – trotz jahrelanger Preisbremsen.
Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Preiseingriffen versucht, die Teuerung zu dämpfen. Von Preisbremsen bis hin zu Eingriffen in einzelne Märkte.
Entwicklung von Bruttolöhnen und Produktivität je geleisteter Arbeitsstunde von 2015-2026, in Österreich
Österreichs Löhne sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker gestiegen als die Produktivität. Seit 2015 haben sich die Bruttolöhne je geleisteter Arbeitsstunde um knapp 50 Prozent erhöht, wie unsere Grafik zeigt.
Verteilung des Bruttoinlandsprodukts von 2016 bis 2026, quartalsweise, in Milliarden Euro, in Österreich
Wer behauptet, in Österreich käme vom wirtschaftlichen Erfolg nur wenig bei den Arbeitnehmern an, sollte einen Blick auf die Zahlen werfen. Seite 2015 ist die Lohnsumme stärker gestiegen als die Wirtschaftsleistung insgesamt; auch deshalb, weil die Beschäftigten seit Beginn der Inflationskrise kräftige Einkommenszuwächse erzielt haben.
Tatsächlich geleistete Arbeitsstunden pro Woche der unselbstständigen Beschäftigten, Index (2004 = 100)
Kurze Arbeitszeiten werden häufiger, lange seltener.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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