Die Bundesverwaltung soll schlanker werden. Hoffentlich bleibt der Jo-Jo-Effekt aus.
Die Verwaltung wird zukunftsfit. Zumindest möchte der zuständige Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP), dass wir das glauben. Bis 2029 sollen rund 2.600 Stellen im allgemeinen Verwaltungsdienst des Bundes nicht neu besetzt werden. Damit ein solcherart entkerntes Staatswesen nicht völlig zum Erliegen kommt und die verbleibenden über 40.000 Beamten und Vertragsbediensteten ihre Arbeit noch schaffen, soll künftig kräftig in Digitalisierung investiert werden.
Die Absicht ist gut. Schließlich funktioniert Bürokratieabbau erfahrungsgemäß nur, wenn auch der Verwaltungsapparat zurückgeschnitten wird. Doch dass der geplante Personalabbau nun genauso wenig ambitioniert ausfällt wie das Entbürokratisierungspaket von vor zwei Wochen, passt ins Bild einer Bundesregierung, die sich vor ihrem eigenen Schatten fürchtet. Jedes Vorschulkind versteht, wie man einen Rotstift benutzt – die Regierung nicht: Aus der Bildungskarenz wurde die Weiterbildungszeit, auf den Reparaturbonus folgte die „Geräte-Retter-Prämie“ und nun sollen eben Staatsdiener durch digitale Systeme ersetzt werden, die wohl von externen Agenturen betreut werden müssen, die dann wiederum als Sachkosten und nicht mehr als Personalkosten verbucht werden dürfen. Und so steht dann am Ende trotz Sparpaket eine Neuverschuldung von vier-komma-weiß-man-nicht-so-genau Prozent.
Und was ist eigentlich mit den Ländern und Gemeinden? Vor allem in den Rathäusern wurde schließlich eingestellt, was das Zeug hält. Statistisch gesehen wurde in Wien seit 2010 jede freiwerdende Beamtenstelle mit zwei Vertragsbediensteten besetzt. Die 2.600 Stellen, die der Bund nun bis Ende des Jahrzehnts weniger haben will, hat die Stadt Wien zuletzt in weniger als drei Jahren aufgebaut.
Zukunftsfit? Ja, zweifellos. Der öffentliche Dienst hat Zukunft.
(Erstmals erschienen am 18.12.2025, alle Beschäftigtenzahlen sind in Vollzeitäquivalenten ausgedrückt.)
Anteil der 15- bis 29-Jährigen, die weder erwerbstätig noch in Aus- oder Weiterbildung sind, in Prozent
Lange stand Österreich hier deutlich besser da als der Rest der EU.
Ausgaben für Bildungseinrichtungen nach Bildungsstufe, in Prozent des BIP, im Jahr 2023
Während wir bei den Hochschulen fast an der europäischen Spitze liegen, geben wir für frühkindliche Bildung weniger aus, als die meisten EU-Länder. Dabei entscheidet sich genau in den ersten Jahren, ob Kinder später mithalten können. Wir sparen dort, wo jeder Euro am meisten bewirken würde und sind dort großzügig, wo mithilfe von Studieng
„So ein digitaler Ausweiszwang, dass sich der Staat regulierend vor unseren Zugang zum offenen Internet stellt, das kennen wir eigentlich nur aus China und Russland" – Thomas Lohninger über die Nebenwirkungen des Social-Media-Verbots für Unter-14-Jährige
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Einen flächendeckenden Lehrermangel gibt es in Österreich nicht, auch wenn das gern behauptet wird, meint unsere Ökonomin Carmen Treml. Nur rund ein Prozent der Lehrerstellen ist unbesetzt. Der Anteil nicht voll ausgebildeter Lehrkräfte liegt mit 6,7 Prozent klar unter dem OECD-Schnitt von 9,1 Prozent. Wir haben kein Mengenproblem, sondern Engp
Im verbissenen Kampf gegen rechts wurde auf die Gefahr von links vergessen. Wohin das führt, zeigt sich gerade in New York und in Berlin.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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