Städter überall auf der Welt wählen traditionell linke Parteien, weil sie ausgerechnet ihnen zutrauen, den Wohnungsmarkt in den Griff zu bekommen. Wie kommen sie auf diese Idee?
Berlin sieht rot. Graz auch. Wien sowieso. Ein bisschen sogar Innsbruck. Selbst London und New York erst recht. Ausgerechnet in den überfüllten Großstädten, wo Wohnungsmärkte besonders zuverlässig funktionieren sollten, setzen die Wähler auf das, was nicht Lösung, sondern Ursache ihrer Probleme ist: Linke Wohnungsmarktpolitik.
Während Elke Kahr und Michael Ludwig nur die Gemeindebaufolklore verwalten, die sie geerbt haben, sind Zohran Mamdani und Sadiq Khan sogar mit dem Versprechen angetreten, im großen Stil neue kommunale Wohnungen zu errichten. Khan hat seine Wähler bereits enttäuscht; Mamdani wird es ihm wohl gleichtun. Doch nichts von alldem kommt auch nur in die Nähe des wirtschaftspolitischen Wahnsinns, der sich in Berlin abspielt. Während man an Hudson und Themse immerhin erkannt hat, dass man für mehr Menschen eben auch mehr Wohnungen braucht, glaubt man an der Spree an „Vergesellschaftung“. Für eine wohl zweistellige Milliardensumme sollen über 200.000 Wohnungen in kommunales Eigentum übergehen. Dabei sitzen die landeseigenen Gesellschaften schon heute auf Hunderttausenden von Wohnungen und vermieten diese auch nicht viel billiger als die Privaten. Das Hauptproblem bleiben die Angebotsmieten, die selbst bei den kommunalen Gesellschaften fast doppelt so hoch sein können wie im Bestand. Der Mangel an Wohnungen treibt auch bei ihnen die Preise. Leerstand gibt es in Berlin praktisch keinen mehr. Wie kann die Vergesellschaftung der Bestände darauf die Antwort sein?
Sie kann es nicht. Bauen müsste man! Doch wer soll daran ein Interesse haben? Es ist wie überall: Die Städtischen können nicht, die Privaten wollen nicht (mehr). Während Berlin Ende der 2010er-Jahre noch über 20.000 Baugenehmigungen pro Jahr verzeichnete, muss man heute froh sein, wenn es noch 10.000 werden.
Die Städter wissen das übrigens alles. Und die Politik weiß es auch. Aber wer in ein Rathaus einziehen will, muss ja nur denen gefallen, die in der Stadt wahlberechtigt sind. Und das sind nun mal jene, die schon eine Wohnung haben. Wünschen wir den Linkswählern von Herzen, dass sie nie umziehen müssen.
(Erstmals erschienen am 02.10.2026 in “Tiroler Tageszeitung”)
Im verbissenen Kampf gegen rechts wurde auf die Gefahr von links vergessen. Wohin das führt, zeigt sich gerade in New York und in Berlin.
„Dass Wiener Wohnen international Werbung für das Konzept an sich macht, ist vollkommen absurd" – Jan Kluge über den Mythos vom Roten Wien, an dem sich die Berliner Linke orientiert
70 Prozent der Wiener Schüler sprechen im Alltag kein Deutsch. Das spiegelt sich nicht nur in den Pisa-Tests wider, sondern auch in den Wahlergebnissen.
Anteil der Wiener Volksschüler, im Schuljahr 2024/25, in Prozent
In immer mehr Wiener Volksschulen ist Deutsch die Sprache einer Minderheit.
Realer Preisanstieg für selbstgenutztes Wohneigentum, in Prozent, 2010 bis 2025.
Seit 2010 ist selbstgenutzter Wohnraum durchschnittlich um 21,3 Prozent (real) im Wert gestiegen.
“Den Linken ist es gelungen, die Deutungshoheit über den Begriff ‘rechts’ zu erlangen.” – Robert Willacker
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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