Der Tech-Billionär hat mehr für seine Beschäftigten getan als alle Gewerkschafter und Politiker zusammengenommen. Das verzeiht ihm die Linke nie.
Am vergangenen Freitag ging Juan Hernandez irgendwo in Texas wie gewohnt zur Arbeit. Nach Hause kam er als Millionär. Zehn Jahre lang hatte der gebürtige Mexikaner bei „SpaceX” Raketenteile zusammengeschweißt, für 28 Dollar die Stunde. Heute arbeitet er beim Rivalen Blue Origin, doch reich machten ihn seine alten „SpaceX”-Aktien: knapp 6500 Stück, mit dem Börsengang über eine Million Dollar wert. Hernandez ist einer von rund 4400 „SpaceX”-Mitarbeitern, die an diesem Tag vermögend wurden, die meisten von ihnen langjährige Beschäftigte, die am Unternehmen beteiligt wurden, als noch niemand wissen konnte, ob daraus das Milliardengrab oder eine sagenhafte Erfolgsgeschichte werden würde.
Es war der größte Börsengang der Geschichte, der Elon Musk zum ersten Dollar-Billionär der Welt machte. Freilich nur auf dem Papier, aber das genügt vielen „besorgten” Beobachtern schon, um an die Decke zu gehen. Niemand sollte so reich und mächtig sein. Der Sozialist Bernie Sanders geißelte die Macht und Gier einer kleinen herrschenden Clique, der Demokrat Ro Khanna zeigte sich entsetzt darüber, dass Musks Vermögen bereits die Wirtschaftsleistung seiner Heimat Südafrika übersteige. Darüber, dass Musk 4400 Arbeitnehmer zu wohlhabenden Menschen machte, verlieren die Kritiker kein Wort. Dabei ist das eine einzigartige Erfolgsstory, die auch ihnen gefallen müsste: Wir reden nicht von Investmentbankern und Vorständen, sondern von Schweißern, Lagerarbeitern und Kantinenpersonal, die über Nacht vermögend wurden.
Musk hat mehr für seine Beschäftigten getan als alle Politiker, Beamten und Gewerkschaftsfunktionäre zusammengenommen. Das wird ihm die Linke nie verzeihen. Und das, obwohl seine Lebensgeschichte alles hat, was eine filmreife Aufstiegsstory braucht: Als Kind in seiner Heimat schwer gemobbt, kam er mit einem Rucksack und einem Studienkredit nach Nordamerika. Er gründete mit seinem Bruder einen Softwareanbieter, den er für 307 Millionen Dollar an Compaq verkaufte. Mit dem Erlös finanzierte Musk den Zahlungsdienstleister PayPal, in weiterer Folge setzte er alles auf zwei Projekte, für die ihn fast alle auslachten: Elektroautos und wiederverwendbare Raketen. 2008 stand Musk kurz vor der Pleite, er machte weiter.
Heute ist Tesla der wertvollste Autohersteller der Welt und wiederverwendbare Raketen sind Realität. Musk hat die Kosten für den Transport ins All um rund 95 Prozent gesenkt, über Starlink stellt er Hunderten Millionen von Menschen in den entlegensten Winkeln der Welt leistbares Hochgeschwindigkeitsinternet zur Verfügung. Und im Labor von Neuralink steuern querschnittgelähmte Patienten einen Cursor allein mit der Kraft ihrer Gedanken.
Elon Musk ist nicht nur die beeindruckendste Unternehmerpersönlichkeit unserer Tage, er ist auch die am meisten gehasste. Sein Fehler? Er ist nicht links, nicht „woke” – und er hat Erfolg. Das wird heutzutage nicht verziehen. Umso mehr, als der ehemalige Unterstützer der Demokraten im Mai 2022 ankündigte, die Republikaner zu wählen. Weil die Demokraten eine „Partei der Spaltung und des Hasses” geworden seien. Den Seitenwechsel hätte man ihm vielleicht nachgesehen. Nicht aber, dass er Twitter kaufte. Denn Twitter war der Kontrollraum der veröffentlichten Meinung. Der Ort, an dem entschieden wurde, welche Themen Reichweite und Empörung verdienen, welche einen Einordnungshinweis brauchen und welche stummgeschaltet werden. Diesen Regler hat Musk den Linken aus der Hand genommen. Er holte gesperrte Konten zurück, lockerte die Moderation und öffnete die Türen für eine freie Debatte.
Das passt nicht allen, weil wieder vermehrt extreme Ansichten Gehör finden. Eine Demokratie sollte das aushalten. Zumal „X” auch vieles ans Licht bringt, was andere gerne unter Verschluss halten. Die Öffentlichkeit hätte nicht oder erst viel später erfahren, wie im Iran zehntausende friedliche Demonstranten abgeschlachtet wurden. Die unglaublichen Gruppenvergewaltigungen im britischen Rotherham, bei denen Männer pakistanischer Herkunft 1997-2013 mindestens 1400 Mädchen missbrauchten, wären längst schubladisiert worden. All das findet in vielen westlichen Medien kaum Beachtung, aus Angst, ausländerfeindliche Parteien zu stärken. Aber genau so stärkt man sie.
Man muss Musk nicht mögen. Aber der Wert, den dieser Mann geschaffen hat, existierte vorher nicht. Nicht die Raketen, nicht das Satelliteninternet, nicht 4400 frischgebackene Millionäre, nicht seine enorm hohe Steuerleistung. Keine Reichensteuer hätte diesen Wert gerechter verteilt, sie hätte ihn schlicht nie entstehen lassen. Juan Hernandez und seine 4399 Kollegen wissen das. Bernie Sanders und seine Freunde werden es vermutlich nie verstehen.
(erstmals erschienen am 20.06.2024 in “Die Presse”)
Würde man jedem Haushalt eine Million Euro vor die Tür legen, wären genauso viele Menschen ARMUTSGEFÄHRDET wie am Tag zuvor.
Die Armut in Österreich sei besorgniserregend angestiegen. Die Haushaltseinkommen hätten sich zwar im Durchschnitt ebenfalls positiv entwickelt, aber trotzdem würden immer mehr Menschen zu wenig zum Leben haben.
Jede fünfte Person in Österreich soll arm sein – stimmt das wirklich?
„Dann heißt es immer, es werden nur noch Luxuswohnungen gebaut. Ja, warum denn? Weil ich alle anderen kaputt reguliert habe." – Jan Kluge
“Eine Erbschaftssteuer in Österreich trifft vor allem Unternehmen – und damit langfristig unseren ganzen Wirtschaftsstandort. Nicht diese paar Superreichen, wie es in der öffentlichen Meinung immer verkauft wird.” – Carmen Treml
Wer braucht schon Milliardäre? Nichts bringen sie unserem Land, diese Ausbeuter! Vermögens- und Erbschaftssteuer jetzt, und rot-weiß-rot wird zu rot-rot-rot und betritt die Utopie.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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