Ökonomen haben ja selten gute Nachrichten. Also eine gleich vorweg: Noch nie haben in Österreich so viele Menschen gearbeitet wie heute. Aber trotzdem wird das Pensionssystem Jahr für Jahr teurer. Warum?
Die Pensionen werden von den Menschen finanziert, die heute arbeiten. Pro Pensionist arbeiten die Erwerbstätigen heute rund 2.750 Arbeitsstunden; im Jahr 2000 waren es noch 3.150. Trotz Rekordbeschäftigung bleibt pro Pensionist also immer weniger Arbeitszeit, um seine Pension zu finanzieren. Wie soll das auf Dauer funktionieren? Wer glaubt, dass der Pensionsberg 2035 überschritten sei, irrt. Der Gipfel der Neuzugänge ist nämlich nicht der Gipfel der Kosten. Bis 2040 wird die Lücke zwar kleiner, geschlossen wird sie aber nie. Danach wächst sie sogar wieder. Sie wird nicht verschwinden, wenn wir kollektiv die Augen zumachen. Die Kosten wandern nur vom Pensionssystem ins Budget. 34 Milliarden Euro schießt der Bund heuer zu, zusätzlich zu allen Beiträgen. Jedes Jahr steigt der Bundeszuschuss um rund zwei Milliarden.
Die Behauptung der SPÖ, dass 45 Arbeitsjahre genug seien, ist lieb und nett. Doch 45 Beitragsjahre schaffen nur 20 Prozent der Männer und 2,3 Prozent der Frauen. Wir schneidern das Pensionssystem nach Modelmaßen, von denen die meisten nur träumen können.
Die Reformen der frühen 2000er haben das faktische Antrittsalter von 58 auf 62 Jahre gehoben. Jedes weitere Jahr ist schwerer zu holen und bringt doch nur Aufschub. Am gesetzlichen Antrittsalter zu schrauben, traut sich niemand. Und so steht die Debatte wieder dort, wo sie vor zwanzig Jahren stand. Die Dänen haben genau dort angesetzt. Das gesetzliche Alter wächst mit der Lebenserwartung. Beschlossen übrigens von Sozialdemokraten.
(erstmals erschienen am 24.09.2026 in “Kleine Zeitung”)
Entwicklung des Pensionsantrittsalters und der Lebenserwartung von Männern und Frauen zwischen 1970 und 2060, in Jahren, in Österreich
1970 verbrachten Männer im Schnitt 13,6 Jahre in Pension, Frauen 18,5 Jahre. Heute sind es bereits 21,2 beziehungsweise 26,4 Jahre, bis 2060 steigt die Bezugsdauer auf 25,3 und 28,9 Jahre.
Bis 2050 wird es in Österreich rund eine Million mehr Menschen über 65 geben als noch 2021.
Wäre die SPÖ mit einem anderen Chef besser dran? Bestimmt. Es ist dennoch die falsche Frage.
Wirtschaftsklassen. mit den größten Beschäftigtenveränderungen zwischen April 2025 und April 2026
Wen überrascht es: Das stärkste Jobwachstum gibt es im staatlichen Bereich.
Die Pensionsreformen der frühen 2000er-Jahre wurden mit genau jenen Argumenten begründet, über die Österreich heute wieder diskutiert: steigende Lebenserwartung, ein zu niedriges faktisches Pensionsantrittsalter und die absehbare Pensionierungswelle der Babyboomer. Die Reformen wirkten: Rund anderthalb Jahrzehnte lang wuchsen die Beitragseinna
Immer weniger Arbeitsstunden müssen die Pensionen von immer mehr Menschen finanzieren.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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