ÖGB und AK haben eine super Idee: Bestrafen wir doch Unternehmen dafür, wenn sie zu viele junge Leute beschäftigen!
Sie nennen das “Bonus-Malus-System” und wollen damit die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer stärken. Erfüllt ein Unternehmen nicht die staatlich gesetzten Zielvorgaben für die Beschäftigung Älterer, muss es 15 Prozent des durchschnittlichen Jahreslohns pro fehlendem Arbeitsplatz abdrücken. Dieses Geld soll zur Hälfte an Betriebe mit mehr älterer Belegschaft fließen und zur Hälfte in die Arbeitsmarktpolitik des AMS.
Kurz: Ein Bonus für Alte, ein Malus für Junge. Gelebte Generationengerechtigkeit.
Und das Beste: Wie unsere Grafik zeigt, ist das alles überhaupt nicht nötig! Die Beschäftigungsquote älterer Arbeitnehmer steigt. Seit das Pensionsantrittsalter der Frauen angehoben wurde geht es bei ihnen sogar besonders schnell. Ganz ohne ÖGB-Modellrechnungen, Zielvorgaben, Boni oder Malusse.
Wer Ältere länger in Beschäftigung halten will, muss Arbeit schmackhafter als die Pension machen. Die Angleichung des realen an das gesetzliche Pensionsantrittsalter scheitert, seit sie versucht wird. Es ist also klar: ohne Anhebung des gesetzlichen Antrittsalters wird das faktische nicht steigen.
Quelle: Agenda Austria auf Basis von Daten von Eurostat, Arbeitskräfteerhebung (lfsa_ergan). Die Grafik zeigt die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen in Österreich, also den Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung dieser Altersgruppe, in Prozent. Sie ist nach Männern, Frauen und insgesamt gegliedert und reicht von 2005 bis 2025, jeweils als Jahresdurchschnitt. Die senkrechte Linie markiert das Jahr 2024, ab dem das gesetzliche Pensionsantrittsalter der Frauen schrittweise steigt. In den Jahren 2005, 2007 und 2021 gibt es Zeitreihenbrüche, deshalb lassen sich die Werte über diese Jahre hinweg nur eingeschränkt vergleichen.
Die Grafik zeigt in einem Liniendiagramm die Beschäftigungsquote der 60- bis 64-Jährigen in Österreich von 2005 bis 2025, getrennt nach Männern, Frauen und insgesamt. Die Beschäftigungsquote ist der Anteil der Erwerbstätigen an der Bevölkerung dieser Altersgruppe. Eine senkrechte Linie markiert das Jahr 2024, ab dem das Frauenpensionsalter steigt. Die Quote der Männer liegt durchgehend am höchsten. Sie steigt von rund 18 Prozent im Jahr 2005 auf etwa 44 Prozent im Jahr 2018, mit Rückgängen in den Jahren 2011 und 2015. Bis 2021 bleibt sie bei rund 43 Prozent und erreicht 2025 49,3 Prozent. Die Gesamtquote wächst von rund 12 Prozent auf etwa 31 Prozent im Jahr 2018, bleibt bis 2021 etwa gleich und steigt dann auf 40,0 Prozent. Die Quote der Frauen nimmt von rund 8 Prozent bis 2019 auf etwa 20 Prozent zu und bleibt bis 2023 auf diesem Niveau. Danach steigt sie auf rund 24 Prozent im Jahr 2024 und auf 31,1 Prozent im Jahr 2025.
Rang Österreichs unter den EU-27 bei der Arbeitslosenquote (1 = niedrigste Quote); grau: Quote in Prozent
Vor nicht allzu langer Zeit war Österreich bei der Arbeitslosigkeit die Nummer eins in der EU. 2011 hatte kein Land eine niedrigere Quote als wir. Heute reicht es nur noch für Platz 15.
Anteil des realen BIP-Zuwachses pro Kopf, der in Altersausgaben des Staates floss, 2008 bis 2024, in Prozent
Seit 2008 ist das reale BIP pro Kopf in Österreich um gut 4 % gewachsen, die realen staatlichen Altersausgaben pro Kopf um fast 30 %. Von jedem zusätzlichen Euro Wirtschaftsleistung pro Kopf gingen damit rechnerisch 79 Cent in höhere Pensionen, Pflege und andere Altersleistungen.
Erwerbspersonen in Prozent der Bevölkerung, nach Alter, im Jahr 2024
Mit 62 in den Ruhestand, mit 65 kommt der Anreiz. Die von der Dreierkoalition eingeführte Aktivpension ist ein Schritt in die richtige Richtung.
Wirtschaftsklassen. mit den größten Beschäftigtenveränderungen zwischen April 2025 und April 2026
Wen überrascht es: Das stärkste Jobwachstum gibt es im staatlichen Bereich.
Entwicklung von Bruttolöhnen und Produktivität je geleisteter Arbeitsstunde von 2015-2026, in Österreich
Österreichs Löhne sind in den vergangenen zehn Jahren deutlich stärker gestiegen als die Produktivität. Seit 2015 haben sich die Bruttolöhne je geleisteter Arbeitsstunde um knapp 50 Prozent erhöht, wie unsere Grafik zeigt.
Durchschnittlich geleistete Arbeitsstunden je Angestellten, in Stunden pro Jahr.
Nach einem jahrzehntelangen Rückgang der durchschnittlichen Arbeitszeit ist sie 2025 wieder auf 1.374 Stunden pro Jahr geklettert - von einem (durch Corona verstärkten) Tief von 1.320 Stunden im Jahr 2020.
Gegründet um das Land in wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Belangen zu öffnen und neue Antworten auf die großen Herausforderungen zu liefern.
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