Armut und Verteilung

Oxfam und das falsche Spiel mit der Armut

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Flüchtlingskrise, Brexit, Handelskrieg, Klimawandel, grassierende Armut: Die Welt zeigte sich in den vergangenen Jahren von einer stürmischen Seite, dabei ist vieles besser als immer wieder behauptet wird.

Jährlich im Jänner findet im schweizerischen Davos das Weltwirtschaftsforum statt. Und wie jedes Jahr nutzt die Nichtregierungsorganisation (NGO) Oxfam diese Bühne und präsentiert einen Bericht zur Entwicklung von Armut und Reichtum in der Welt. In ihren Augen wird die Welt immer ungerechter, was vor allem an den Reichen läge, die immer mehr Vermögen auf Kosten der Armen anhäuften. Womit zwischen den Zeilen die Botschaft mitgeliefert wird, dass es ohne Reichtum keine Armut gäbe.


Oxfam ist ein Verbund verschiedener Hilfs- und Entwicklungsorganisationen auf internationaler Ebene. Mit Hilfsprojekten direkt vor Ort ist die NGO über die Entwicklungen auf der Welt bestens informiert. Fakt ist: Es gibt immer noch viel zu viele Menschen, die am globalen Aufschwung nicht teilnehmen können. Menschen, die von Kriegen vertrieben oder Regierungen unterdrückt werden. Oxfams jährliche Kritik an der globalen Wohlstandsentwicklung zeichnet dennoch ein übertriebenes und verzerrtes Bild. Gerade für die Lebensumstände der ärmeren Menschen auf der Welt stellen die vergangenen Jahrzehnte einen eindeutigen Fortschritt dar. Einkommen, Versorgung, Gesundheit und Bildung haben sich deutlich verbessert. Von all dem ist bei Oxfam nichts hören. Das wiederum hat einen Vorteil: gute Nachrichten verkaufen sich schlechter als niederschmetternde, während letztere die Spendenfreudigkeit anregen. Knapp 40 Prozent des eine Milliarde Euro umfassenden Budgets von Oxfam International setzte sich 2018/19 aus Spenden zusammen.[1] Wer aber die Welt auch in Zukunft weiter verbessern will, der darf die Erfolge der Vergangenheit nicht ignorieren.

Handlungsempfehlungen

Je nach Entwicklungsstand des Landes gilt es unterschiedliche Ansätze zu verfolgen:

  • Frieden, Freiheit, Demokratie, die Bekämpfung der Korruption und ein funktionierender Rechtsstaat sind Grundvoraussetzungen für Vermögensaufbau.
  • Darüber hinaus ist Bildung die zentrale Basis, um die Entwicklung individueller Talente zu ermöglichen.
  • Auch in Österreich muss das öffentliche Schulsystem so verbessert werden, dass jedes Kind die Möglichkeit hat, seine Talente und Stärken entsprechend zu entwickeln.
  • Die frühkindliche Bildung gehört hierzulande gestärkt. Ebenso müssen frühzeitig Maßnahmen gegen Sprachdefizite ergriffen werden.
  • Über einen Sozialindex sollten jene Schulen, deren Herausforderungen größer sind, mehr Geld bekommen. Mehr Autonomie ermöglicht es, die besten Maßnahmen im Interesse der Schüler zu treffen.
  • Steuerliche Belastungen sollten gesenkt und zusätzliche Anreize für den Vermögensaufbau, wie Mitarbeiterbeteiligungen an Unternehmen oder eine private Altersvorsorge, gestärkt werden.
  • Eine Verlagerung der Anreize von Mietverhältnissen zu Wohnen im Eigentum würde die Vermögensbasis in der Gesellschaft verbreitern und die Ungleichheit senken.
Fußnoten
  1. Oxfam International (2019)


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© 2020 Agenda Austria
Oxfam und das falsche Spiel mit der Armut / 20.01.2020
https://www.agenda-austria.at/publikationen/die-oxfam-saga/

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